Eine Freundin, die in ihrem Beruf ständig im Stress ist, verabschiedete
sich in den Urlaub. „Endlich mal richtig ausspannen!“ – darauf freute sie sich.
Und was passierte? Am Zielort angekommen lag sie im Hotel fünf Tage lang mit einer
fiebrigen Erkältung flach. Ehrlich gesagt wunderte mich das kaum. Es kommt häufig
vor, dass überlastete Menschen krank werden, wenn sie endlich eine Zeit der
Ruhe haben. Das Phänomen hat sogar eine
klangvollen Namen: „Leisure Sickness“, wörtlich übersetzt „Muße-Krankheit“. Anfällig
dafür sind Menschen, die im Alltag unter hohem Leistungsdruck stehen und sich
abverlangen, ihn auszuhalten. Dafür mobilisiert ihr Organismus die letzten
Reserven. Fällt dann im Urlaub oder auch nur im Wochenende der Druck weg,
werden die Stresshormone, die die Funktion bisher aufrecht erhalten haben,
nicht mehr ausgeschüttet und der Körper reagiert mit einem Schwächeanfall, das
Immunsystem fährt runter. Der Münchner Professor Thomas Löscher, Experte für
Infektionskrankheiten, nennt das „Stresswegfall-Reaktionen“. Was kann man als
vielbeschäftigter Mensch dagegen tun? Sich nicht gleich aus dem vollen
Arbeitsprogramm in den Urlaub oder das Wochenende stürzen, sondern sich etwas Zeit
nehmen, um den Körper auf den Ruhemodus einzustellen.
Hätten Sie´s gewusst? Rund ein Drittel Deutschlands ist von Wald bedeckt. Wohl jeder von uns dürfte also zumindest ein Wäldchen in der Nähe haben und gelegentlich in seiner Freizeit einen Waldspaziergang machen. Gewiss hat man dann auch schon erlebt, wie erholsam es ist, sich bei Vogelgezwitscher unter Buchen, Tannen oder Eichen fortzubewegen. Doch diese einfache Freude erhält jetzt eine schicke Überhöhung. Der neue Trend heißt „Baden in der Waldluft“. Er kommt aus Japan, wo er unter dem Begriff „Shirin-Yoku“ bekannt ist. Durch Ruhe, bewusstes Atmen und Spüren der Natur soll Stress vermindert werden. Aha! Inzwischen werden schon für teures Geld Kurse in Waldbaden angeboten. Für mein Shirin-Yoku in den Wäldern um den Plöner See brauche ich zum Glück keine Anleitung.
Herzlichen Dank für diese Information, liebe Frau Dr. Wlodarek. Ich bin begeistert, wie Sie kurz und knapp, Wissen in Ihrem Blog teilen. Ihre Bücher habe ich aufmerksam gelesen. So weiß ich, dass ich Ihnen vertrauen kann und profitiere jetzt von Ihren Blog-Beiträgen. Viele Grüße!
AntwortenLöschenvielen Dank für die nette Rückmeldung! Das gibt mir Schwung für neue Blogs.
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