Samstag, 12. August 2017

Lazy Day

Am 10. August konnte man ein besonderen Gedenktag begehen: Den „Tag der Faulheit“. In den USA kennt man ihn als „National Lazy Day“. Eigentlich ist das gar keine schlechte Idee, wenigstens einmal im Jahr offiziell so richtig nichts zu tun, bis die Langeweile kommt. Das könnte sich im Nachhinein als ein besonders kreativer Tag erweisen. Unser Gehirn braucht nämlich Ruhezeiten, um Erfahrungen einzuordnen und Gelerntes zu verankern. Passiv sind wir dabei trotzdem nicht. Denn währenddessen ist eine Hirnregion aktiv, die man als „Ruhezustandsnetzwerk“ (Default Mode Network) bezeichnet. Neurowissenschaftler haben festgestellt, dass es unter anderem für Kreativität und Selbsterkenntnis zuständig ist. Es arbeitet, wenn wir nichts tun. Sich Muße zu gönnen oder sich Tagträumen hinzugeben, ist also keineswegs Zeitverschwendung. Im Gegenteil, es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass uns gerade dann die besten Ideen kommen. Das muss übrigens nicht unbedingt der 10. August sein.

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Freitag, 28. Juli 2017

Regenradar


Das soll ein Sommer sein? Wir Hamburger sind ja einiges gewohnt, aber so viel Regen im Juli zieht sogar uns die Gummistiefel aus…äh...an. Selbst das Hamburger Abendblatt fühlt sich aufgerufen, eine Regen-Typologie zu veröffentlichen. Damit auch alle, die in anderen Regionen ähnlich leiden, den Niederschlag einordnen können, kommt hier eine Kurzbeschreibung:

Dauerregen – Der Voluminöse: Innerhalb von 24 Stunden kommen 30 Liter Wasser oder mehr herunter. Die Folgen sind Überschwemmungen und lokales Hochwasser.
Nieselregen – Der Harmlose: Er wird auch Sprühregen genannt. Er bildet sich in niedrig hängenden Wolken oder Hochnebel. Wachsen die Tröpfchen in der Wolke auf mehr als 0,5 Millimeter Durchmesser, sind sie zu schwer und nieseln zur Erde.
Starkregen – Der Wuchtige: Er beginnt ab 20 Liter Wasser pro Stunde. Große Mengen lassen die Keller volllaufen. Und wer ungeschützt darein gerät, hat schnell sehr nasse Füße.
Gewitterregen – Der Unberechenbare: Ein Zeichen für sein Aufkommen sind die  dunklen Gewitterwolken. In ihnen geht es hoch her. Verwirbelungen der Aufwinde laden die Wassertröpfchen elektrisch auf, es kommt zu Entladungen in Blitzen. Wenn Eiskristalle in die Auf- und Abwinde geraten, entstehen Hagelkörner.
Sie fragen sich noch, warum man von „Niederschlag“ spricht? Ganz einfach: Weil so ein Wetter im Sommer niedergeschlagen macht.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Großzügig

Wusste ich es doch: Großzügigkeit macht glücklich! Dabei muss es sich nicht einmal um spektakuläre Geschenke oder Geldgaben handeln. Großzügig ist es auch, wenn wir jemandem, der es eilig hat, den Vortritt an der Supermarktkasse lassen, über einen Fauxpas elegant hinwegsehen, aus Liebe mal zurückstecken oder der netten Bedienung ein Trinkgeld geben, dass sie strahlen lässt. 
Dass großzügige Handlungen tatsächlich im Gehirn Glücksgefühle auslösen, belegten jetzt WissenschaftlerInnen der Universität Lübeck. Mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) stellten sie bei großzügigen Personen eine erhöhte Aktivität in dem Bereich fest, der für Glücksgefühle zuständig ist.  

In diesem Sinne sollten wir häufiger für unser Glück sorgen – dann haben auch andere etwas davon.  

Sonntag, 9. Juli 2017

G20 - eine Überlegung

Von einem Bekannten aus den USA bekam ich eine Mail, in der er sich nach meiner Einschätzung der Vorgänge zu dem G20 Gipfel erkundigte. Hier meine Antwort zu den Erfahrungen der letzten Tage, die uns Hanburger immer noch bewegen:
 
Lieber Mr. H.
vielen Dank für Ihre Mail. Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie und Ihre Frau als Hamburg-Liebhaber und -kenner die Ereignisse besorgt verfolgt haben. In den USA sind vermutlich vor allem die Bilder vom Treffen Trump-Putin und von den Krawallen angekommen?
Sie fragen mich nach meiner Meinung, die natürlich ganz subjektiv ist.

Ich muss gestehen, dass ich zu dem Gipfel in Hamburg zwei Seelen in der Brust habe.
 Als Psychologin weiß ich, wie wichtig eine direkte Kommunikation ist. Persönlicher Austausch ist wesentlich effektiver als jede andere Art des Kontaktes. Mimik, Körpersprache, Wortwahl im Gespräch enthalten weitaus mehr Informationen als ein Telefonat.   Von daher finde ich es sehr wichtig, dass sich die WeltführerInnen sehen und mit einander sprechen - und wenn es noch so aufwändig und teuer ist. Zumal ja auch hinter den Kulissen die sogenannten Sherpas Verhandlungen führen.
Bei tausenden von Unterhändlern und  4000 Journalisten muss auch die Infrastruktur gegeben sein, also eine Verlagerung aufs Land ist damit nicht möglich.
Aber musste es Hamburg sein??
Ich halte die Wahl des Ortes für unüberlegt. Offenbar hat man dabei nur an Werbung, und Renommee für die Stadt und kommerziellen Gewinn (Hotelbelegung etc.) gedacht.

Nachdem die EinwohnerInnen Olympia abgelehnt hatten, wurde G 20  jetzt über ihre  Köpfe hinweg beschlossen. Und das offenbar recht blauäugig.
Im Internet hatten die Linksradikalen diverser Länder schon Gewaltbereitschaft angekündigt.  Diesem Vorsatz mit Vernunft zu begegnen, ist ziemlich sinnlos, wie sich gezeigt hat. Wer die Auseinandersetzung sucht, nimmt jeden Vorwand, um das umzusetzen, egal, wie sich die Polizei verhalten hätte. Es war geplant.

Das Areal für G20 lag mitten in der Stadt. Von daher kann man sich an fünf Fingern abzählen, was da passiert..
Das Ausmaß der Zerstörungswut war gewaltig. Über die psychischen Hintergründe kann ich nur spekulieren.: Es sind junge Männer, die offenbar keine andere Form der Herausforderung kennen. Sie kommen mit Frieden und Demokratie nicht zurecht. Die "Schlachten" geben ihnen das Gefühl von Intensität, Wichtigkeit und Gruppenfeeling.  Sie agieren eine diffuse Wut aus. Das ist keine Entschuldigung, nur der Versuch einer Erklärung

Eine deutliche Kritik möchte ich gegenüber den Medien, vor allem dem TV, aussprechen! Wie schon bei Terroranschlägen wurden die Untaten übermäßig gehyped. Immer wieder lag der Fokus auf den Krawallen und das perfide Motto "Welcome to Hell" wurde ständig wiederholt. Mediale Aufmerksamkeit facht das Feuer doch nur noch an! Eine sachliche Nachricht und im übrigen mediales Ignorieren wäre wichtig gewesen.  So aber bekamen die Zerstörer viel zu viel Aufmerksamkeit. Die friedlichen Demonstrationen und sachlichen Inhalte von Protesten verschwanden dagegen. Sie hätten mehr Raum gebraucht und verdient.

Wenn Sie jetzt ein Fazit von mir haben möchten, dann kann ich nur sagen: Es ist eine Erfahrung. Ich glaube, dass Hamburg von seinem Charakter als Stadt für G20 nicht geeignet war. Es ist eben doch die Stadt der Elbphilharmonie und des Hafengeburtstags. Das weitläufigere und vergleichsweise "raue" Berlin hätte besser gepasst.

Ich hoffe, Sie können mit meinen Überlegungen von "vor Ort" etwas anfangen.
Mit herzlichen Grüßen an Sie und Ihre Frau

Eva Wlodarek

 

Montag, 3. Juli 2017

Die spinnen doch!

Vermutlich haben Sie auch schon diese kleinen bunten Dinger gesehen, die aussehen wie eine Mischung aus Propeller und Radkappe? Inzwischen gibt es sie an jedem Kiosk. Auf der Straße spielen Kids ständig damit herum, etwa an der Bushaltestelle. Der Hype für diese Mini-Drehscheiben kommt aus den USA und nennt sich Fidget Spinner. "To fidget" heißt so viel wie "herumzappeln", "spinnig" bedeutet "drehen, schleudern". Man hält die Zappelschleuder zwischen Daumen und Zeigefinger und gibt ihr Schwung. Dann balanciert man sie auf einer Fingerspitze. Geschickte Spinner lassen sie auf den anderen Zeigefinger wandern oder übertragen sie auf einen Mitspieler.. 
Was das bringt? Dazu muss unbedingt eine wissenschftliche Erklärung her: Das Teil soll eine beruhigende Wirkung auf von ADHS-geplagte Kinder haben, ist also ein Anti-Zappelmedium für Zappelphilippe. Nun ja...
Vor Jahren gab es ein ähnliches Phänomen namen "Tamagochi"  Das Tamagochi war ein virtuelles Küken, um das man sich wie um ein echtes Haustier kümmern musste. Es wollte schlafen, essen, trinken und Aufmerksamkeit. Zu unterschiedlichen Zeiten meldete es sich mit Pieptönen und verlangte nach der Zuwendung seines Besitzers. Vernachlässigte man es, dann starb es. Allerdings ließ es sich durch Drücken eines Reset-Knopfes wiederbeleben. Fast alle Kinder in der Kita unseres Sohnes hatten eins, und ich konnte ihn nur mit Mühe davon abhalten, seinTaschengeld für diese piepende Nervensäge auszugeben. Die wissenschaftliche  Erklärung seinerzeit lautet: So lernen Kinder, Verantwortung zu übernehmen.
Wer Spaß an Schnickschnack hat - ok. Aber auf eine pseudowissenschaftliche Überhöhung dürfen wir gerne verzichten.  
 

Mittwoch, 21. Juni 2017

Creativity is loading

Wie – Sie haben kein Bild gemalt, kein Buch geschrieben, keinen Werbetext verfasst, kein Möbelstück entworfen, nicht mal ein Geburtstagsgeschenk gebastelt?  Ja, dann tut es mir leid, Sie zählen nicht zu den Kreativen.
Falsch! Ich bin sicher, Sie sind häufig kreativ, ohne dass Sie es so benennen. Etwa wenn Sie Ihr tägliches Outfit zusammenstellen, von einem Kochrezept abweichen, für die Ordner im Büro einen besseren Platz finden oder eine Betreuung für Ihr Kind organisieren. Sachlich betrachtet ist Kreativität nämlich nicht das Privileg von künstlerischen Menschen. Es bedeutet einfach: Etwas gestalten, neu kombinieren, Vorhandenes verändern, Ideen entwickeln oder Probleme lösen. Dafür können wir beste Bedingungen schaffen - und sollten es auch, denn Kreativität macht das Leben interessant:

1. Sammeln Sie Informationen
Kreativität beruht immer auf bereits Bestehendem. Je mehr Sie auf einem Gebiet wissen, desto kreativer können Sie hier sein. Sammeln Sie also möglichst viele Fakten. Sie sind das Material, dass Sie dann auf ungewohnte Weise verknüpfen.

2. Beauftragen Sie Ihr Gehirn
Unsere Gedanken sind nur die Spitze des Eisbergs, das meiste erledigt  unser Unterbewusstsein. Beauftragen Sie Ihr Gehirn mit der Lösung eines Problems oder der Bitte um eine Idee. Anschließend denken Sie nicht mehr daran. Vielleicht stehen Sie gerade unter der Dusche oder an der Supermarktkasse – unerwartet spuckt Ihr Gehirn die kreative Lösung  aus.

3. Tagträumen Sie
Unter Druck kann sich Kreativität nicht entfalten, dafür braucht es Muße. Entspannen Sie sich, lassen Sie Ihre Gedanken schweifen, in die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft – und plötzlich kommt Ihnen eine zündende Idee…     

Donnerstag, 15. Juni 2017

Schönen Urlaub!



Eine Freundin, die in ihrem Beruf ständig im Stress ist, verabschiedete sich in den Urlaub. „Endlich mal richtig ausspannen!“ – darauf freute sie sich. Und was passierte? Am Zielort angekommen lag sie im Hotel fünf Tage lang mit einer fiebrigen Erkältung flach. Ehrlich gesagt wunderte mich das kaum. Es kommt häufig vor, dass überlastete Menschen krank werden, wenn sie endlich eine Zeit der Ruhe haben. Das Phänomen  hat sogar eine klangvollen Namen: „Leisure Sickness“, wörtlich übersetzt „Muße-Krankheit“. Anfällig dafür sind Menschen, die im Alltag unter hohem Leistungsdruck stehen und sich abverlangen, ihn auszuhalten. Dafür mobilisiert ihr Organismus die letzten Reserven. Fällt dann im Urlaub oder auch nur im Wochenende der Druck weg, werden die Stresshormone, die die Funktion bisher aufrecht erhalten haben, nicht mehr ausgeschüttet und der Körper reagiert mit einem Schwächeanfall, das Immunsystem fährt runter. Der Münchner Professor Thomas Löscher, Experte für Infektionskrankheiten, nennt das „Stresswegfall-Reaktionen“. Was kann man als vielbeschäftigter Mensch dagegen tun? Sich nicht gleich aus dem vollen Arbeitsprogramm in den Urlaub oder das Wochenende stürzen, sondern sich etwas Zeit nehmen, um den Körper auf den Ruhemodus einzustellen.