Dienstag, 10. Januar 2017

Glücksbilanz



In einer Studie fanden Forscher heraus, dass ein unangenehmes Ereignis am Tag von drei positiven Erlebnissen aufgewogen wird. Für eine positive Tagesbilanz sollte das Ergebnis also mindestens 1: 3 sein. Das wirkt sich gravierend aus, wir sind dann offener, kreativer und entwickeln leichter neue Fähigkeiten.
Doch wie bekommt man diese Bilanz hin? Ein unangenehmes Ereignis lässt sich nicht immer vermeiden, aber die positiven drei Erlebnisse können wir uns selbst verschaffen. Mein Tipp: Schreiben Sie eine Liste aller Dinge, Genüsse oder Tätigkeiten, die Sie glücklich machen, zum Beispiel Ihre Lieblingsmusik, ein gutes Essen, sportliche Betätigung, ein Treffen mit Freunden. Setzen Sie die dann bewusst ein. Es dürfen auch gerne mehr als drei sein!

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Mehr Gleichberechtigung



Ich bin für die Frauen-Quote und habe sogar mal mit einem Benefizvortrag die Journalistinnen-Initiative ProQuote unterstützt. Dass Gleichberechtigung nicht nur einen nachweisbaren Vorteil für westliche Arbeitsergebnisse bringt, sondern lebensnotwendig ist, hat jetzt die Welternährungsorganisation FAO belegt:  
Hätten Frauen in ländlichen Regionen der Welt die gleichen Chancen wie Männer, würden Millionen Menschen weniger Hunger leiden. Um fast ein Drittel ließen sich die Ernteerträge steigern. Vor allem zeigt die Erfahrung, dass Frauen den größten Teil ihres Einkommens in die Versorgung der Familie und die Ausbildung der Kinder investieren. Auf diese Weise könnte der Teufelskreis der Armut durchbrochen werden. Doch obwohl Frauen weitaus mehr Feldarbeit leisten als die Männer, gehört ihnen derzeit nur ein Bruchteil des Agrarlandes. Das sollte sich ändern. Kanayo Nwanze vom International Fund for Agricultural Development bringt es auf den Punkt: „Wer einen Mann fördert, investiert in ein Individuum, wer eine Frau fördert, investiert in die Gemeinschaft.“ Ist das nicht auch ein schönes Argument für unsere Quote?

Donnerstag, 17. November 2016

Mehr Smileys



Eine aktuelle Forsa-Umfrage zur Lage der Nation erbrachte unter anderem diese erstaunlichen Ergebnisse: Nur drei Prozent der Deutschen beurteilen den Umgang miteinander als besonders freundlich. Jeder Zweite wünscht sich im Alltag häufiger ein Dankeschön oder ein Lächeln. Jeder Dritte würde gerne öfter ein Kompliment hören oder umarmt werden.
Nun ja, wenn man sich so umschaut: Verkniffene Gesichter auf der Straße, Isolation per Smartphone im Bus, Gemecker, weil irgendetwas nicht schnell genug geht…Da wird die Statistik schon stimmen, Deutschland ist eine Freundlichkeitswüste. Was für eine traurige Bilanz! Dabei kostet die Erfüllung dieser Sehnsucht nach Nettigkeit nichts. Nur ein bisschen Aufmerksamkeit und etwas Mut. Ich arbeite jedenfalls seit einiger Zeit daran. Etwa indem ich auch unbekannten Menschen Komplimente mache, wenn mir etwas an ihnen gefällt. Wie kürzlich der Dame, die mit Mütze und Schal so schöne leuchtende Farben trug. Und dass ich mich nicht nur mit Worten, sondern auch mit kleinen Geschenken für eine Unterstützung oder gute Arbeit bedanke, wie bei dem Änderungsschneider, der meine Lieblingsjeans gerettet hat. 
Klar, ich kann als Einzelne die Statistik nicht ändern – aber wenn Sie mitmachen .…

Zur Inspiration: In meinem neuen Buch "Vertrau dem Leben. Von A wie Abenteuergeist bis Z wie Zeitreise" steht unter "F wie Freundlichkeit" Wissenswertes zum Thema.

Freitag, 28. Oktober 2016

Die Erklärung der Welt



Jetzt hat ein bekanntes Phänomen endlich einen modischen Namen: „Mansplaining“ – zusammengesetzt aus man = Mann und explain = erklären. Sie ahnen, worum es geht? Genau, um die männliche Angewohnheit, Frauen ungefragt die Welt zu erklären, in der meist irrigen Annahme, sie wüssten qua Geschlecht besser Bescheid. Dazu eine Anekdote: Die Schriftstellerin Rebecca Solnit traf in einer Abendgesellschaft auf einen selbstbewussten Herrn, der ihr ausführlich die Vorzüge eines soeben erschienenen Buches erläuterte. Das tat er auch weiterhin in epischer Breite, als sie sich als Autorin des Buches outete. Wir Frauen brauchen keine Abendgesellschaft, um diese Erfahrung zu machen – wohl jede von uns hat so einen Mansplainer daheim und/oder in der näheren Umgebung, etwa als Nachbar, Freund oder Kollege. Und wer von uns hat nicht schon innerlich genervt die Augen gerollt, wenn derjenige zu ausgedehnten Erklärungen über Dinge angesetzt hat, die man längst wusste. 
Ist Mansplaining angeboren? Die Untersuchung steht noch aus. Zumindest deutet es auf ungebrochenes Selbstvertrauen hin. Der Autor Christian Luscher sagt in einem Artikel selbstkritisch über seine Artgenossen, dass es sich dabei um ein Symptom für die scheinbare Überlegenheit gegenüber Frauen handelt. Dazu gehören immerhin zwei: Einer, der erklärt und eine, die aus weiblicher Taktik so tut, als ob sie hingerissen lauscht. Wie wäre es denn hiermit: Wir lassen uns nur etwas erklären, wenn wir es wirklich nicht wissen. Und dann auf Augenhöhe.

Freitag, 21. Oktober 2016

Der etwas andere Lebenslauf



Nina George ist Bestsellerautorin. Ihr Buch „Das Lavendelzimmer“ wurde in 32 Sprachen übersetzt und eroberte sogar die Bestellerliste der New York Times. Man sollte meinen, die Autorin würde jetzt überlegen verraten, wie genial sie das gemacht hat. Stattdessen veröffentlichte sie auf ihrer Website vor einiger Zeit einen „Lebenslauf des Scheiterns“, der von Enttäuschungen und Ablehnungen wimmelte. Wie tröstlich! Weil es beweist: Scheitern ist eine notwendige Stufe zum Erfolg. Die Management-Beraterinnen Assig und Echter sehen das ebenso: „Wenn es die vergeblichen Versuche nicht gäbe, könnte man nicht erfolgreich sein. Denn das würde bedeuten: Nichts wagen, immer unterhalb des eigenen Könnens agieren, immer auf der Standspur kriechen.“ Wer weiterkommen möchte, sei es mit Projekten oder im Blick auf Kontakte, wird Misserfolge in Kauf nehmen müssen. In den USA gehen auch sehr erfolgreiche Menschen mit ihrem „CV of failure“ ganz offen um. Bei uns wird er eher geheim gehalten. Dabei hat doch jeder von uns seinen persönlichen „Lebenslauf des Scheiterns“. Er ist das schattige Pendant zu den vorzeigbaren Erfolgen in der offiziellen Vita.
Kleine Anregung: Schreiben Sie Sie doch einmal Ihren „CV of failure“ -  nicht, um dann nach deutscher Manier zu resignieren: „Ich habe ja gleich gewusst, es hat keinen Zweck“, sondern um zu erkennen: Das ist die Basis dafür, dass ich immer besser werde.





Samstag, 15. Oktober 2016

Das neue Buch ist da!



Der Postzusteller steht mit einem Päckchen vor der Tür. Oft nehme ich Sendungen für Nachbarn an, die nicht zuhause sind. Aber dieses ist für mich. Ich ahne schon: Darin sind Exemplare von meinem neuen Buch „Vertrau dem Leben. Von A wie Abenteuergeist bis Z wie Zeitreise“, mit meinen eigenen Illustrationen. Ein neugeborenes Kind im Arm zu halten ist ein unglaubliches Gefühl, aber ein neues Buch, ein „geistiges Kind“, zum ersten Mal in den Händen zu halten, ist auch sehr bewegend. Dieses ist mein zwölftes, also schon Teil einer größeren Buch-Familie, aber trotzdem einmalig. Und wie bei einem Säugling weiß man nicht, was daraus wird. „Habent sua fata libelli“ – die Bücher haben ihr eigenes Schicksal, wusste schon der antike Grammatiker Terentianus Maurus. Mein erstes Buch „Mich übersieht keiner mehr. Größere Ausstrahlung gewinnen“ wurde ein Bestseller und sorgte dafür, dass ich im Erscheinungsjahr 145 Tage auf Lesereise war. Der eine oder andere Nachfolger wurde weniger euphorisch angenommen, dann wieder waren Chinesen und Koreaner an einer Übersetzung interessiert. „Einsam. Vom mutigen Umgang mit einem schmerzhaften Gefühl“ erlebt, komplett überarbeitet, derzeit eine zweite Blüte. Tatsächlich weiß niemand, auch nicht die versiertesten VerlagsvertreterInnen, wie erfolgreich ein Buch tatsächlich wird. Es liegt bei den Lesern und Leserinnen. Ich hoffe, dass dieses Buch ihre Herzen erreicht. Denn es ist mit Liebe geschrieben. Und, das darf ich sicher sagen, auch inzwischen mit einer gewissen Weisheit. Weil ich dem Leben nicht nur vertraue, sondern im Laufe der Jahre auch von ihm gelernt habe. Ich wünsche mir, dass Sie hineinschauen und dass es Ihnen Vergnügen und Aha-Erlebnisse schenkt. 
Na denn, Kleines, viel Glück….