Mittwoch, 26. September 2012

DAS GROSSE SCHWEIGEN

Kürzlich unterhielt ich mich mit der Chefredakteurin einer sehr erfolreichen Frauenzeitschrift. Was mich beeindruckte: Obwohl sie mehr als genug zu tun hat, nimmt sie sich doch immer die Zeit, etwa einer freien Journalistin, die sich per Mail mit einem Themenvorschlag an sie gewandt hat, auch dann freundlich zu antworten, wenn sie nichts damit anfangen kann. 

Selbstverständlich? Oh nein! Die meisten vielbeschäftigten Menschen - und nicht nur im Verlagswesen - machen sich nicht die Mühe. Kann man nicht brauchen, ist unwichtig, also muss man nicht reagieren. Was sie dabei leider vergessen: Es sind Menschen, die mit ihnen Kontakt aufnehmen, die meist voller Hoffnung auf eine Resonanz warten. Und die nicht einmal einer Absage gewürdigt werden. Oder allenfalls mit einer vorgefertigten Kurzmail, von der Praktikantin abgeschickt .

Natürlich kann man als viel gefragte(r) Berufstätige(r) nicht mit jedem, der es möchte, eine lange Korrespondenz beginnen.  Aber eine persönliche Nachricht müsste möglich sein, aus Respekt vor einer anderen Person.

Ich wünsche alldenen, die andere Menschen durch Missachtung verletzen, dass sie eines Tages am eigenen Leibe erfahren, wie sich das anfühlt. Außerdem - man sieht sich oft zweimal im Leben. Wer weiß, ob nicht diejenigen, die man jetzt keiner Antwort würdigt, irgendwann wichtig sind  und sich  dann bei Gelegenheit erinnern, wie man mit ihnen umgegangen ist.

Dazu eine hübsche Geschichte, die man sich von Akif Pirincci, dem Autor des bekannten Katzen-Romans "Felidae" erzählt . Auf sein Manuskript hin hatte er offenbar die ganze Bandbreite von Entwertung erlebt. Nachdem sein Buch schließlich zum Bestseller geworden war, schickte er sämtlichen betroffenen Verlegern sinngemäß diese Nachricht: "Ich möchte Sie darüber informieren, dass Ihnen durch das ignorante Verhalten Ihres Lektors  sehr viel Geld entgangen ist." 



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Mittwoch, 12. September 2012

Quellen des Glücks

Kürzlich habe ich eine Obdachlosenzeitung gekauft ( in Hamburg heißt sie "Hinz und Kunzt"). Auf dem Titelbild war der Dalai Lama, im Heft ein Interview mit ihm.

Ich habe wieder einmal bewundert, wie sachlich und präzise das religiöse Oberhaupt der Tibeter die Dinge auf den Punkt bringt:

"Geld und Macht sind keine geeigneten Quellen für Glück"

Und dazu die Erläuterung: "Glück und Leid sind Teile des Verstandes. Sie sind eine mentale Erfahrung. Nur über mentales Training ist es möglich, Schmerzen und Traurer zu lindern und Glück und Freude zu steigern."

Verflixt, wir vergessen immer wieder,  dass das Glück in uns selbst liegt. Nirgendwo sonst. Und dass nicht erst bestimmte Träume erfüllt sein müssen - etwas die nach Anerkennung, beruflichem Erfolg, der romantischen Liebe, Reisen oder viel Geld - bevor wir glücklich sein können. Was für eine Chance, für das eigene Glück nur selbst verantwortlich zu sein, unabhängig von äußeren Bedingungen!