Sonntag, 23. August 2015

Sage mir, was du liest...

Eine Studie des Buchhandels hat kürzlich herausgefunden, dass rund 60 Prozent der Deutschen neugierig darauf sind, was jemand in ihrer Gegenwart liest, etwa in Zügen, Bussen, Cafés, Wartezimmern oder Flugzeugen.  Zwar hat man dazu immer weniger Gelegenheit, weil die meisten Menschen auf ihr Smartphone schauen, aber immerhin, es gibt sie noch, die Leserinnen und Leser, die sich in der Öffentlichkeit in ein Buch vertiefen. Und das fordert offenbar den Spürsinn der Umgebung heraus. Die versucht dann, mehr oder minder heimlich, den Titel zu erspähen. Mutige  (13,5 % der Befragten) sprechen die Lesenden sogar an und erkundigen sich, was sie gerade fesselt. Von  denen wiederum fragen 24, 6 % nach, ob die Lektüre auch gefällt. 
Ich habe zwar nicht an der Studie teilgenommen, gehöre aber eindeutig zu den 60 Prozent. Hier mein Geständnis: Im Zug habe ich schon mal ein Buch umgedreht, als dessen Besitzer kurz das Abteil verlassen hatte. War aber bloß ein Krimi, der vom Umfang her aussah wie Dostojewskijs "Die Brüder Karamasow" Und ja, ich gehöre sogar zu den 13,5 %: An diesem Wochenende habe ich eine junge Frau, die eine Himbeerplantage beaufsichtigte und dabei ein Buch las, nach dem Titel gefragt. Sie las einen Roman über Neuseeland. Den hat ihr ihre Mutter empfohlen, weil sie demnächst dahin reist.
Da sage einer, dass Lesen nicht verbindet. Man erfährt doch einiges über Menschen, mit denen es sonst kaum Berührungspunkte gäbe. Das geht eben nur mit Büchern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir uns bei jemanden, der auf sein Handy starrt, erkundigen: "Was sehen Sie denn da?" 

Samstag, 15. August 2015

Kino Kino

I proudly present: Ich habe jetzt einen Youtube-Channel und man kann sich darauf schon 5 Filme ansehen, zu den Themen Dankbarkeit, Kommunikation, Einsamkeit, Wunscherfüllung und Aktivität.

Der Link dazu ist https://www.youtube.com/channel/UCVW6hd2cad47qOHVrtOWVKA
Über diese Möglichkeit bin ich sehr glücklich. Meine "Mission" ist es schließlich, dass gute Handwerkszeug, dass die Psychologie hat, weiterzugeben. Es hilft, das Leben leichter zu machen, glücklicher und erfolgreicher zu werden. Nicht abgehoben, sondern ganz praktisch. Bisher habe ich dazu Bücher, Vorträge und Seminare genutzt - jetzt kommen noch Videos dazu. In 3 - 4 Minuten möchte ich Anregungen geben. Dabei ist es wie an einem Buffet, man kann sich aussuchen, worauf man Appetit hat.
Die Videos zu drehen hat großen Spaß gemacht. Das lag an dem tollen Team vom Medienkontor der Uni Hamburg unter der Regie von Anette Stöber. Bei der Gelegenheit herzlichen Dank an sie, an die Kamerafrau Kamilla Nowicki und an Susanne Molter, die sich die Illustrationen ausgedacht hat. Frauenpower eben!
Nun wünsche ich allen Interessentinnen und Interessenten viel Spaß und Aha-Erlebnisse beim Anschauen.
Kleine Vorschau: Zur Zeit sitze ich an einem neuen Buch, es geht um Charisma. Aber wenn das Manuskript im September beim Verlag ist, gibt es neue Filme. Die Themen gehen mir garantiert nie aus.

Samstag, 8. August 2015

Wie mutig!



Die Geschichte hat mich sehr bewegt: In der aktuellen Wochenendausgabe des Hamburger Abendblattes wird in der Rubrik „Von Mensch zu Mensch“ Familie Maurer vorgestellt. Eine „ganz normale“ Familie, wie sie selbst sagt. Auf dem Foto sieht man vorne ein hübsches, fröhliches Mädchen, den Vater mit einem kleinen Jungen auf dem Arm und etwas im Hintergrund eine lächelnde Mutter. Doch so normal ist diese Familie denn doch nicht. Die achtjährige Tochter leidet seit ihrer Geburt unter Spina Bifida, offenem Rücken. Sie kam außerdem mit einem Wasserkopf zur Welt, dessen Flüssigkeit nun ständig mit einer Kanüle abgeleitet wird. Tragisch? Die Familie sieht es nicht so. Die Eltern waren vor der Geburt ihres Kindes über seine Behinderung informiert und haben sich dafür entschieden, es zu trotzdem zu bekommen. „Wenn nicht wir für so ein Kind sorgen können, wer dann?“ hatten sich Karen und Olav Maurer gesagt. Wie unglaublich stark und mutig, sich darauf einzulassen und nicht die Abtreibung zu wählen, wie der Arzt ihnen nahelegte. Und ich weiß, wovon ich spreche. Meine kleine Schwester war mongoloid und schwer körperbehindert. Familie Maurer ist ein Beweis dafür, dass der leichtere Weg nicht immer der glücklichere ist.