Dienstag, 19. Juli 2016

Erdmännchen - eine Filmkritik



Der Film „Toni Erdmann“ wurde auf allen Kanälen überschwänglich gelobt: Ganz Cannes war beim Filmfestival während der Vorführung aus dem Häuschen. Der Spiegel überschlug sich vor Lob. Das Hamburger Abendblatt schrieb: Ein Film zum Niederknien. Die TV-Kino-Specials rieten: Unbedingt anschauen. Von so viel Lob animiert habe ich mir den Film angesehen. Und habe das Kino enttäuscht und verärgert  verlassen. Vielleicht bin ich mit meiner Kritik die die Einzige, aber ich fand den Film nichtssagend. Sicher, er war gut gemacht, hatte seine komischen und auch anrührenden Momente, war perfekt besetzt - aber insgesamt hat er mich nicht berührt. Ich fand ihn unglaubwürdig und klamaukig. Ein bisschen Generationendissens, ein bisschen Blick hinter die McKinsey-Kulissen. Und?
Ich habe mich im Kino schon amüsiert, geweint oder lange über das nachgedacht, was ich gesehen habe. Hier nichts von alledem.
Ach ja, gelernt habe ich trotzdem etwas: Ich glaube definitiv keinem Kino-Hype mehr, sondern verlasse mich in Zukunft darauf, ob ich die SchauspielerInnen oder den Regisseur/die Regisseurin mag.
Meine Filmkritik ist natürlich völlig subjektiv und will niemandem den Spaß nehmen. Meine neugierige Frage ist nur: Stehe ich mit meinem Urteil alleine da? Um Antwort wird gebeten.    

Sonntag, 17. Juli 2016

Miles who?



Die Geschichte erzählt man sich so: Miles Davis, der berühmte Jazz-Trompeter, war zu Gast bei Präsident Reagan im Weißen Haus. First Lady Nancy Reagan fragte ihn, wer er denn sei und was er mache. Er antwortete: „Ich bin Miles Davis und ich habe die Musik des 20. Jahrhunderts revolutioniert. Und was haben Sie gemacht? Muss ich Sie kennen?“
Ich finde, das ist eine elegante Anleitung zum Umgang mit arroganten oder – wenn man es wohlwollend interpretiert - ignoranten Menschen.
Man bezeichnet diese Selbstsicherheit auch als das „Miles-Davis-Prinzip“.

Montag, 4. Juli 2016

Bach gegen Bluthochdruck



Wie wäre es mit einer musikalischen Hausapotheke? Sich die einzurichten, lohnt offenbar: Der Kardiologe Hans-Joachim Trappe, Professor an der Universitätsklinik in Herne, hat in einer Studie festgestellt, dass klassische Musik sich messbar positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Das Anhören von Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 3 senkte die Blutdruckwerte der Probanden deutlich und verlangsamte ihren Puls um durchschnittlich sieben Schläge pro Minute – Entlastung für das Herz.  Laut Trappe sind außerdem Musikstücke von Albinoni, Corelli, Händel und Mozart empfehlenswert.
Auch wenn man nicht permanent unter zu hohem Blutdruck leidet, ist das ein guter Tipp: Bei der nächsten Aufregung einfach eine Bach-CD einlegen.