Montag, 21. Februar 2011

Berechnung oder Herz?

Wenn wir etwas aus Berechnung tun, erhalten wir auch nur, was wir berechnet haben. Manchmal sogar weniger, aber niemals mehr.

Berechnung ist eine Funktion des Verstandes. Wir überlegen: Wenn ich dieses oder jenes tue, erreiche ich, was ich will. Oder: Wenn ich dieses gebe, erhalte ich jenes.

Das Gegenteil davon ist, aus dem Herzen heraus zu handeln. In der Absicht, Freude, Liebe, Unterstützung oder einen Rat zu geben. Wenn etwas zurück kommt, ist es schön, aber es ist nicht das hauptsächliche Motiv.

Ein Beispiel: Nach Vorträgen zu meinen Büchern biete ich den ZuhörerInnen an, ihnen eine persönliche Widmung in ein Buch zu schreiben. Persönlich im wahrsten Sinne des Wortes: Ich schaue dem Menschen ins Gesicht und verwandle das, was ich darin sehe in einen Ermutigung oder einen Rat. Das ist immer ein intimer und persönlicher Moment, bei dem ich sehr konzentriert bin. Die Rückmeldung hat schon häufig gezeigt, dass ich das Richtige treffe. Meist möchten viele diese besondere Widmung haben.

Eines Tages war darunter auch ein Herr, der wohl in der Wirtschaft tätig war. Mit Blick auf die vielen Buchverkäufe bemerkte er anerkennend: "Prima Marketing-Trick!" Ich sagte: "Sie täuschen sich. Das ist kein Trick. Es kommt bei mir aus dem Herzen. Sonst könnte ich das gar nicht. Und diejenigen, denen ich etwas ins Buch schreibe, würden es auch sofort spüren."

Hinter Berechnung steckt immer die Angst, zu kurz zu kommen. Handeln wir dagegen aus dem Herzen, befinden wir in einem Status des Vertrauens. Wir können großzügig und gelassen sein, weil wir wissen, dass uns ohnehin zufließt, was wir haben möchten.

Sonntag, 6. Februar 2011

Respekt bitte!

Wir sollten darauf achten, dass wir die Werte, die wir verkünden, auch leben. Mir ist wichtig, mit anderen Menschen respektvoll umzugehen. Selbst wenn man wenig Zeit hat oder eine Bitte ablehnen muss, kann das freundlich geschehen.

Ich stelle mir dabei immer vor, wie ich mich wohl fühlen würde, wenn man mich in einer bestimmten Weise behandelt. Und dabei kann ich - wie wohl jeder von uns - auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Hier sind zwei, die ich in dem Zusammenhang nicht vergessen habe:

Vor ein paar Jahren war ich von dem Erstling eines Ratgeber-Autors (sein Buch war da bereits ein Bestseller)so begeistert, dass ich ihm gerne eine Freude machen wollte. Ich besorgte - und das war durchaus aufwändig - ein besonderes Buch zu seinem Spezialgebiet und schickte es ihm mit einem persönlichen Brief. Wenig später bekam ich ein Schreiben von seiner Sekretärin, Herr X habe das Buch dankend erhalten.

Etwa zur gleichen Zeit: Nachdem ich innerhalb eines Projektes mit einer international bekannten Unternehmerin in Kontakt gekommen war, sandte ich ihr spontan mein damals gerade erschienenes Buch. Sie schrieb sehr freundlich und persönlich zurück.

Auf der einen Seite also Arroganz, die ich so interpretierte: Der Bestseller-Neuling nimmt huldvoll die Ovationen entgegen und hat so gar keine Zeit, sich persönlich zu äußern.
Auf der anderen Seite eine Frau mit Stil, die sicher mit ihren Aufgaben weit mehr beansprucht war als dieser Autor und die sich trotzdem die Zeit für eine Antwort nahm.

Schon in der Bibel steht der weise Spruch: "An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen."
Wie wahr! Charakter und Stil zeigen sich in kleinen Dingen