Montag, 29. Juni 2015

Alles erlaubt

Fragt eine verzweifelte Mutter die andere: "Wie sollen wir unseren Kindern richtiges Benehmen beibringen, wenn Aschenputtel erst um Mitternacht nach Hause kommt, Pinocchio ständig lügt  und Schneewittchen mit sieben Kerlen zusammenlebt?"
 Ach, gute Frau, das sind doch märchenhafte Zustände! Wie sollen Kinder denn  erst richtiges Benehmen lernen, wenn ihr Vater es super findet, wenn der Kleine auf seinem Fahrrädchen über den Bürgersteig rast und die Passanten anfährt oder wenn die Mutter seelenruhig zuschaut, wie ihr kleienr Liebling die Blumen aus dem Kübel vor einem Geschäft rupft?
Ja, ich liebe Kinder - schließlich bin ich selbst Mutter. Auch wenn mein Sohn schon erwachsen ist, kann ich mich noch gut erinnern, wie es war, als er klein war. Aber dieses Laissez-faire, das keine  Rücksicht auf andere nimmt, macht mir Sorge, was später aus den lieben Kleinen wird. Vielleicht böse Große?

Samstag, 13. Juni 2015

Schaumschlagen

Das Hamburger Abendblatt bringt zu meinem Vergnügen auch immer einen "Witz des Tages".Der von heute hat durchaus psychologischen Hintergrund.
Ehefrau zun Arzt: "Herr Doktor, mein Mann sitzt völlig homöopathisch im Sessel und infiziert sich für gar nichts mehr. Kann man das mediterran behandeln oder müssen wir damit besser zu einem Psychopathen?"
Das erinnert mich an einen Professor während meines Psychologiestudiums. Als Lernende  waren wir gezwungen, seine Werke zu lesen. Die waren fürchterlich kompliziert und schwer zu verstehen. Das lag nicht etwa am Inhalt, sondern an der Vorliebe  des Autors, möglichst jedes Wort in ein Fremdwort zu verwandeln und es dann in einen halbseitigen Bandwurmsatz einzufügen. Eines Tages fasste ich mir ein Herz und fragte ihn, warum er denn sich denn so schwierig ausdrücken würde. Er antwortete: "Ich schreibe schließlich nicht für Studenten, sondern für meine Kollegen." Aha.Es ging also nur darum, das akademische Pfauenrad zu schlagen.Ich habe mich dann geweigert, mich weiterhin unnötig mit seinen verquasten Sätze herumzuplagen.
Die Kunst ist nicht, Einfaches aufzublasen, sondern Kompliziertes einfach darzustellen, ohne banal zu sein. Ich hoffe, dass mir das in meinen Büchern gelungen ist.