Sonntag, 28. April 2013

Jekyll & Hyde

Der Fall des Fußballfunktionärs Uli Hoeneß beschäftigt derzeit die Gemüter und die Medien: Ein Mann, der sich rührend um Spieler in Not kümmert, mit Politikern Klartext redet und bisher als Sinnbild eines Aufrechten galt. Gleichzeitig ein Steuersünder, der skrupellos Millionen am Fiskus vorbei in die Schweiz transferierte.
Also nur ein Schwindler, der seiner Umgebung den Biedermann vorspielte? Nein.Beide Seiten existieren nebeneinander, der "Geradlinige" und das "Schlitzohr". Wir alle sind nicht aus einem Guss, sondern haben verschiedene Persönlichkeitsanteile, die sich im Laufe unseres Lebens entwickelt haben. Mein Kollege Schulz von Thun hat dafür das passende Bild des "Inneren Teams" gefunden. Unser Bewusstsein ist zwar der Boss, aber die einzlenen Teammitglieder sind einflussreich. Manche von ihnen können sich widersprechen.

Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, zeigen das oft besonders deutlich. Wie etwa auch die Chefredakteurin einer bekannten Zeitschrift. Im Interview vermittelt sie überzeugend, dass sie nicht tatenlos zusehen kann, wenn Menschen in schwierigen Bedingungen leben. Das will sie in ihrem Blatt anprangern. Die gleiche Frau kennt  keine Skrupel, verdiente Mitarbeiterinnen ins Nichts zu entlassen, wenn es der Sparkurs des Verlages vorgibt.

Das Modell des inneren Teams besagt: Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt Schwarz und Weiß..    
Auch wir sollten uns deshalb die Frage stellen: Wer bin ich - und wie viele?

Und dann: Gibt es Persönlichkeitsanteile, denen ich besser keine Macht einräumen sollte?





Sonntag, 21. April 2013

Nomen est omen

Kürzlich ging es durch die Medien: Der Moderator Dieter Moor hat sich entschlossen, zu seinem 50. Geburtstag seinen ungeliebten Vornamen in "Max" zu verändern.  Nun rätselt so mancher: Warum hat er gerade "Max" gewählt? Die bloße Alliteration jedenfalls kann es nicht sein. Da stünden schließlich auch Michael, Mike, Marian oder Marius zur Verfügung.Namen haben eine Aura. Ihr Klang evoziert ein Bild.So hat "Max" hat etwas Freches. Nicht umsonst heißen die bösen Buben bei Wilhelm Busch "Max und  Moritz".Wenn ich mir die Fotos von Herrn Moor so anschaue, dann sehe ich keinen Max, höchstens einen Maximilian.Aber vielleicht ist der "Max" eine Seite, die Herr Moor in sich trägt und die nun gerne heraus will?Oder eine Eigenschaft, die er sich wünscht?

In meinem Bekanntenkreis sind drei Frauen, die sich schon vor längerer Zeit umbenannt haben. Wenn aus einer Elisabeth eine Ina wird oder aus einer Elke eine Paulina, dann hat das Folgen. Psychologen haben festgestellt, dass der Name, mit dem wir angesprochen werden, Auswirkungen auf uns hat.
Sind Sie mit Ihrem Namen zufrieden? Finden Sie, dass er Sie repräsentiert? Möchten Sie anders wahrgenommen werden, vielleicht charmanter, frecher, warmherziger, seriöser, eleganter? Dann schauen Sie doch mal, welcher Vorname das für Sie ausdrückt. Und gönnen Sie sich gegebenfalls einen neuen. Doch überlegen Sie sich das gut, denn sich einen neuen Vornamen zu wählen, ist ímmer auch ein Programm. Mit dem muss es Ihnen ernst sein.
Ihre Eva  (Wlodarek)



Samstag, 13. April 2013

Glück im Spiel

Ich spiele nie Lotto. Aber diesmal hat es mich gereizt: Im EuroJackpot waren ein paar Millionen aufgelaufen.
Warum es nicht mal versuchen? Ich habe also drei Mal 5 aus 50 angekreuzt. Nicht einfach ins Blaue hinein, sondern mit überlegter Zahlensymbolik. Jeder Mensch hat ja Zahlen in seinem Leben, die für ihn eine gewisse Bedeutung haben, wie Geburtstage, Hochzeitstage, Anzahl der Kinder oder ähnliches.

Einen Tag lang konnte ich nun davon träumen, dass sich meine 6,50 € auf wundersame Weise vermehren würden. Dazu erwartete ich nicht gleich unbescheiden die gesamten Millionen, aber wenigstens einen guten Teil davon. Was ich damit machen würde, musste ich nicht lange überlegen.
 Tja, und dann der Absturz: Ein Tipper aus dem Rhein-Main-Gebiet hat den ganzen Gewinn abgeräumt und für  mich blieb nichts mehr übrig. Und was die größte Enttäuschung war: Ich hatte auch nicht eine einzige Zahl richtig!

Eigentlich weiß ich es längst: Ich zähle zu den Menschen, die sich ihr Glück erarbeiten. Das ist nicht immer bequem, aber dafür nachhaltig. Gewinnen kann doch jeder!



Montag, 1. April 2013

DER KLEINE PRINZ

Eine schicke Boutique, viel Kaschmir und Seide im Angebot. Eine Mutter kommt mit ihrem Dreijährigen hinein und probiert diverse Schals vor dem Spiegel.
Inzwischen hat sich der Kleine einen Gürtel geschnappt und knallt die schwere Silberschnalle lustvoll gegen den mannshohen Spiegel. Die Mutter reagiert nicht. Das Kind will halt spielen.
Die Verläuferin sieht sich das eine Weile an und sagt dann höflich: "Würden Sie bitte das Kind vom Spiegel wegnehmen, der könnte kaputt gehen."
Darauf die Mutter sehr empört: "Wie bitte? Wenn überhaupt, wäre es ja wohl angebracht, dass Sie sagen: `Dem Kind könnte etwas passieren.`"

So viel Egozentrik lässt mich fassungslos zurück.