Donnerstag, 26. Mai 2016

Kopf hoch! Teil zwei



Am 28. April 16 habe ich einen Blog über das „Head-down-Syndrom“ geschrieben, die gebeugte Kopfhaltung beim ständigen Starren auf das Smartphon. Dazu bekam ich einen Kommentar mit der klugen Frage, ob das nicht auch depressive Verstimmungen auslösen könne, da doch der Körper den Geist beeinflusst. Mir schien das plausibel und ich antwortete: „Das wäre in diesem Fall mal eine Studie wert: Exzessive Smartphon-Nutzer depressiver als eine Kontrollgruppe?“
Nun kann ich ergänzen: Diese Studie gibt es bereits! Amy Cuddy, Professorin an der Havard Business School, hat sie zusammen mit dem Sozialpsychologen Maarten Bos durchgeführt. In einem Experiment überprüften sie, wie sich die Körperhaltung beim Benutzen eines Smartphones auf das Selbstvertrauen auswirkt. Das Ergebnis war signifikant: Je länger sich die Benutzer  in der gebeugten Haltung befanden und sich damit kleiner machten, desto unsicherer fühlten sie sich bei einer darauf folgenden Aufgabe, die Selbstvertrauen verlangte. Ich zitiere Cuddy: „Die Interaktion mit diesen winzigen Dingern bewirkt, dass unser Selbstvertrauen schwindet und wir unsere Produktivität und Effizienz möglichweise unterminieren.“
Liebe Kommentatorin oder lieber Kommentator, das ist Ihre Bestätigung!
Und für alle exzessiven Smartphone-Nutzer: Unbedingt mal wieder den Kopf heben. Und ergänzend mein Buch „Selbstvertrauen stärken und ausstrahlen“ (Kreuz Verlag) lesen.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Oh Mr. Murphy!



Kennen Sie Murphy´s Gesetz? In Kurzform lautet es: Alles was schief gehen kann, geht schief. Zu dieser Erkenntnis kam jedenfalls der Ingenieur Edward A. Murphy, nachdem ihm ein aufwändiges Experiment misslungen war. Hierzulande ist es auch bekannt als „Das Brot fällt immer auf die Butterseite.“ Was sich im Alltag immer wieder bestätigt. Etwa so:
·        Sie reihen sich bewusst in die kürzeste Schlange an der Supermarktkasse ein. Ausgerechnet da muss die Kassiererin erst einmal das Kleingeld einsortieren.
·        Sie haben es eilig. Klar, dass dann sämtliche Ampeln auf Rot schalten.
·        Wichtige Anrufe kommen immer dann, wenn Sie gerade den Mund voll haben.
·        Kaum stehen Sie unter der Dusche, klingelt der Paketbote – mit einem Päckchen für die Nachbarn.
·        Sie warten geduldig am Buffet, um etwas von den leckeren Scampis auf den Teller zu bekommen. Als Sie kurz davor sind, nimmt sich der Gast vor Ihnen gerade den letzten Löffel.
·        Variante: Derjenige unmittelbar vor Ihnen kriegt noch eine Kinokarte. Bei Ihnen leuchtet das Schild „Ausverkauft“.
·        Nachdem Sie von Winter – auf Sommerreifen gewechselt haben, kommt überraschend ein unerwarteter Kälteeinbruch mit  Schnee und Eisglätte.
·        Sie bestellen im Restaurant mit Freunden von der Speisekarte. Die Kellnerin bringt allen Köstliches - nur Sie haben offenbar eine falsche Wahl getroffen.

Was da hilft? Humor. Geduld. Und der leise geflüsterte Satz: „Das gehört nun mal zum Leben.“   

Mittwoch, 4. Mai 2016

Ein Herz haben



Hamburg zur Rush-hour. Eine Ausfallstraße, auf allen drei Spuren fahren die Autos dicht an dicht. Plötzlich hält ein Lkw auf der mittleren Spur und schaltet die Warnblinklage an. Der Fahrer springt aus dem Wagen, stoppt mit einer Handbewegung alle Autos und läuft zu der schmalen Verkehrsinsel, die die Bahnen der verschiedenen Fahrtrichtungen trennt.  
Dort steht ein alter Mann, klein, krumm, sichtbar verzweifelt. Er möchte über die Straße und steht hilflos da – wer weiß, wie lange schon. Der Lkw-Fahrer, ein junger Mann, fasst ihn an der Hand und bringt ihn über alle Fahrstreifen auf die andere Seite. Dann springt er in seinen Lkw und fährt davon. Alle Autos setzen sich wieder in Bewegung.
Als ich diese kleine Notiz, erlebt von Peter Gudelius, im Hamburger Abendblatt las, bekam ich feuchte Augen. Er schreibt zu diesem Erlebnis: „Was wie ein Märchen vom guten Menschen klingt, der junge Mann hat es wahr gemacht.“  
Wir sollten viel öfter unserem Herzen folgen.