Selbstvertrauen zu haben, souverän aufzutreten – das wird
oft damit verwechselt, keine Schwäche oder Unsicherheit zu zeigen. Doch das ist
ein Irrtum! Menschen ohne Ängste und Zweifel gibt es nämlich nicht, und
Scheitern gehört zum Leben. Wer so tut, als ob er keinen Fehler machen könnte und
jeder Situation gewachsen sei, ist keineswegs souverän, sondern überheblich. Wirklich
selbstbewusste Frauen und Männer kennen ihre Schwachpunkte und haben kein
Problem damit, ein falsches Verhalten oder Misserfolge einzugestehen. Sie haben
es nicht nötig, sich hinter einer perfekten Rolle zu verstecken. Genau das
bringt ihnen den Respekt ihrer Umgebung ein. Die Sozialwissenschaftlerin Brené
Brown belegt in ihrem Buch „Verletzlichkeit
macht stark“, dass ein offener Umgang mit der eigenen Unvollkommenheit zu guten
Beziehungen auf Augenhöhe und einem erfüllten Leben führen. Wohlgemerkt, dabei
geht es nicht darum, jedem persönliche Mängel zu offenbaren. Frei nach dem
Spruch „Wer immer offen ist, ist nicht ganz dicht“, ist es manchmal durchaus
klug, sich sicherer zu geben als man ist. Doch anderen permanent ein Ideal
vorzuspielen, ist nicht nur anstrengend, sondern weist auch auf mangelndes
Selbstvertrauen hin. Wer weiß, dass er grundsätzlich wertvoll ist, kann es sich
leisten, auch Schwächen zuzugeben.
Der Postzusteller st eht mit einem Päckchen vor der Tür. Oft nehme ich Sendungen für Nachbarn an, die nicht zuhause sind. Aber dieses ist für mich. Ich ahne schon: Darin sind Exemplare von meine m neuen Buch „Vertrau dem Leben. Von A wie Abenteuergeist bis Z wie Zeitreise“, mit meinen eigenen Illustrationen. Ein neugeborenes Kind im Arm zu halten ist ein unglaubliches Gefühl, aber ein neues Buch, ein „geistiges Kind“, zum ersten Mal in den Händen zu halten, ist auch sehr bewegend. Dieses ist mein zwölftes, also schon Teil einer größeren Buch-Familie, aber trotzdem einmalig. Und wie bei einem Säugling weiß man nicht, was daraus wird. „Habent sua fata libelli“ – die Bücher haben ihr eigenes Schicksal, wusste schon der antike Grammatiker Terentianus Maurus. Mein erstes Buch „Mich übersieht keiner mehr. Größere Ausstrahlung gewinnen“ wurde ein Bestseller und sorgte dafür, dass ich im Erscheinungsjahr 145 Tage auf Lesereise war. Der eine oder andere Nachfolger wurde weniger euphorisc...
Ja, es ist besser, sich seiner Verletzlichkeit als Stärke bewusst zu sein.
AntwortenLöschenVerletzte Seelen bleiben leider oft zu lange in der Opferrolle stecken und rechtfertigen sich oder werden gefühlskalt, hart oder gar gewalttätig.
Letztendlich sollten wir wahrhaftig und mutig sein sowie uns selbst achten. Das zeichnet wohl selbstbewusste Menschen aus.
Vielen Dank für diesen Buchtipp!
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