Selbstvertrauen zu haben, souverän aufzutreten – das wird
oft damit verwechselt, keine Schwäche oder Unsicherheit zu zeigen. Doch das ist
ein Irrtum! Menschen ohne Ängste und Zweifel gibt es nämlich nicht, und
Scheitern gehört zum Leben. Wer so tut, als ob er keinen Fehler machen könnte und
jeder Situation gewachsen sei, ist keineswegs souverän, sondern überheblich. Wirklich
selbstbewusste Frauen und Männer kennen ihre Schwachpunkte und haben kein
Problem damit, ein falsches Verhalten oder Misserfolge einzugestehen. Sie haben
es nicht nötig, sich hinter einer perfekten Rolle zu verstecken. Genau das
bringt ihnen den Respekt ihrer Umgebung ein. Die Sozialwissenschaftlerin Brené
Brown belegt in ihrem Buch „Verletzlichkeit
macht stark“, dass ein offener Umgang mit der eigenen Unvollkommenheit zu guten
Beziehungen auf Augenhöhe und einem erfüllten Leben führen. Wohlgemerkt, dabei
geht es nicht darum, jedem persönliche Mängel zu offenbaren. Frei nach dem
Spruch „Wer immer offen ist, ist nicht ganz dicht“, ist es manchmal durchaus
klug, sich sicherer zu geben als man ist. Doch anderen permanent ein Ideal
vorzuspielen, ist nicht nur anstrengend, sondern weist auch auf mangelndes
Selbstvertrauen hin. Wer weiß, dass er grundsätzlich wertvoll ist, kann es sich
leisten, auch Schwächen zuzugeben.
Hätten Sie´s gewusst? Rund ein Drittel Deutschlands ist von Wald bedeckt. Wohl jeder von uns dürfte also zumindest ein Wäldchen in der Nähe haben und gelegentlich in seiner Freizeit einen Waldspaziergang machen. Gewiss hat man dann auch schon erlebt, wie erholsam es ist, sich bei Vogelgezwitscher unter Buchen, Tannen oder Eichen fortzubewegen. Doch diese einfache Freude erhält jetzt eine schicke Überhöhung. Der neue Trend heißt „Baden in der Waldluft“. Er kommt aus Japan, wo er unter dem Begriff „Shirin-Yoku“ bekannt ist. Durch Ruhe, bewusstes Atmen und Spüren der Natur soll Stress vermindert werden. Aha! Inzwischen werden schon für teures Geld Kurse in Waldbaden angeboten. Für mein Shirin-Yoku in den Wäldern um den Plöner See brauche ich zum Glück keine Anleitung.
Ja, es ist besser, sich seiner Verletzlichkeit als Stärke bewusst zu sein.
AntwortenLöschenVerletzte Seelen bleiben leider oft zu lange in der Opferrolle stecken und rechtfertigen sich oder werden gefühlskalt, hart oder gar gewalttätig.
Letztendlich sollten wir wahrhaftig und mutig sein sowie uns selbst achten. Das zeichnet wohl selbstbewusste Menschen aus.
Vielen Dank für diesen Buchtipp!
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