Direkt zum Hauptbereich

Farbexperiment



Uns verblüffen optische Täuschungen, wie die, dass sich schwarz-weiße Spiralen auf dem Papier scheinbar drehen, wenn wir darauf schauen. Wahrnehmung funktioniert halt nach dem Motto „Augen an Gehirn – bitte kommen“. So etwas untersucht die Wahrnehmungspsychologie.
Ganz unabsichtlich habe ich nun auch bei einem Wahrnehmungsexperiment mitgemacht:In einer Buchhandlung kaufte ich für eine Freundin ein Buch und bat an der Kasse darum, es als Geschenk zu verpacken. Die Buchhändlerin wies auf eine Reihe Tafeln, auf denen jeweils ein Geschenkpapier-Muster zu sehen war, lustig mit Pünktchen, einfarbig Gelb, bunt gestreift und so weiter. Sie fragte mich, welches ich denn gerne hätte. Ich schaute mir alle an und sagte dann: „Bitte das Grüne mit den pinken Streifen“. „Schön“, sagte die Buchhändlerin. „Sie möchten also die Nummer 8“. Da erst sah ich, dass auf jeder Tafel oben deutlich eine schwarze Nummer stand. „Ach, die Nummer habe ich gar nicht bemerkt.“ staunte ich. „Das passiert 99 % aller Käufer,“ sagte die Buchhändlerin. “Sie beschreiben mir ausführlich die Farben, anstatt die Nummer zu nennen.“ Interessant. Farben wirken offenbar intensiver auf uns als abstrakte Zahlen. Heißt das, Kreativität ist stärker als Logik? Bedeutet es, dass Buchcover mehr über die Farbe wirken als über den Titel? Ich war so fasziniert, das ich fast vergessen hätte, das Buch einzustecken.  

Kommentare

  1. Liebe Frau Dr. Wlodarek, gestern hörte ich im Auto Ihre CD "Positive Ausstrahlung", genauer gesagt die 2.CD! Besonders interessant und gut gefiel mir dabei die Thematik "Stil". Und nun denke ich gerade daran, wie wichtig es ist, sich auch selbst gut "zu verpacken"! Ich wiederhole mich und möchte diese CD allen Frauen empfehlen. Sie ist auch für diejenigen geeignet, die bereits Ihre Bücher gelesen haben. Sonnige Grüße an Sie und an alle LeserInnen dieses Blog's!

    AntwortenLöschen
  2. Vielen Dank, das freut mich sehr! Für das Thema "Seinen Stil finden" gibt es in meinem nächsten Buch, das im Frühjahr 16 herauskommt, ein gutes Interview mit einer bekannten Designerin. Aber mehr darf ich noch nicht verraten.
    Liebe Grüße an Sie.
    Eva Wlodarek

    AntwortenLöschen
  3. Vorfreude ist ja die schönste Freude. Ich bin gespannt...!
    Liebe Grüße auch an Sie, Frau Dr. Wlodarek!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Keine Angst!

Ich habe einen schönen Spruch von Mark Twain gefunden:

Ich habe im Leben schon viele schlimme Dinge durchgemacht. Einige davon sind wirklich passiert.

Tatsächlich beziehen sich die meisten Ängste auf etwas Zukünftiges, dessen Eintreffen gar nicht hundertprozentig sicher ist. Von daher ist es sinnlos, sich verrückt zu machen.

Der bessere Weg:

Verwandeln Sie Sorgen in Sorgfalt. Indem Sie planen (Was kann ich tun, wenn...) entwickeln Sie ein Instrumentarium, um dem "worst case" entgegenzutreten - falls der überhaupt eintritt. Bis dahin: Schlafen Sie gut!

Verwandeln Sie Angst in Aktivität. Fragen Sie sich: Was kann ich heute, hier und jetzt konkret tun, um zu vermeiden, wovor ich Angst habe? Tun Sie diese Schritte. Das gibt Ihnen das Gefühl von Kontrolle.

Nobelpreis für die Psychologie

Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaft geht an den US-Forscher Richard Thaler, Begründer der Verhaltensökonomie. Lange Zeit ging man davon aus, bei Geldanlagen würden Emotionen keine Rolle spielen, hier würde sachlich analysiert. Thaler widerlegte diese Vorstellung. Er brachte als Erster psychologische Erkenntnisse in die Wirtschaftswissenschaften ein. In zahlreichen Studien wies er nach, dass gerade die sogenannten weichen Eigenschaften einen großen Einfluss auf die Märkte haben. So tun sich zum Beispiel Aktionäre schwer, sich von verlustreichen Aktien zu trennen, obwohl das sinnvoll wäre. Das hat ja eine ganze Weile gedauert, bis der Mythos vom sachlichen homo oeconomicus enttarnt wurde. Aber dass wir Menschen nur begrenzt rational handeln, gilt nicht allein für die Wirtschaft, sondern für jeden Beruf. Von daher ist es sinnvoll, wenn es etwa bei Konferenzen, Messen und anderen Job-Veranstaltungen nicht nur fachliche Beiträge gibt, sondern immer auch psychologische Kenntnisse ver…