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Der Zehnte

Das Mosaische Gesetz schrieb den Israeliten vor, zehn Prozent ihrer Erträge in Naturalien oder Geld Gott zu opfern. Eine alte Geschichte, sollte man meinen. Doch offenbar entdeckt man sie gerade wieder, auch ohne direkte Verbindung zur Religion. In einer Drogeriekette hängen Plakate der Kampagne "Gib Deinen Zehnten", initiiert von dem Reeder Peter Krämer sowie den Kirchen. Dabei geht es darum, das Bewusstsein zu schärfen, wie viel jeder Bürger der Gesellschaft geben kann. Es soll ein Ansporn sein, Verantwortung zu übernehmen, ohne nur auf den eigenen Nutzen zu schauen.

Als Pastorentochter ist mir der Gedanke des "Zehnten" nicht neu. Ich setze ihn schon lange um. Allerdings habe ich dabei weniger Geldabgaben an die Kirche im Auge. Ich führe auch nicht genau Buch, ob es nun wirklich zehn Prozent sind. Was ich gebe, ist bewusst etwas Zeit, Know-how und Arbeit, für die ich kein Honorar bekomme. Jemanden ausführlich beraten. Einen langen Fragebogen ausfüllen, um eine Forschung zu unterstützen. Bei einer Benefizveranstaltung mitmachen. Es gibt viele Gelegenheiten, auf diese Weise den Zehnten zu geben.
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Es macht große Freude, anderen freiwillig etwas zu geben.In der Bibel wird einem dafür Segen versprochen. Probieren Sie es aus. Da ist etwas dran.

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