Freitag, 17. Februar 2017

Krümelmonster



Verhaltensforscher habe ein interessantes Experiment gemacht: Sie luden drei Personen zu einem Meeting ein. Auf dem Tisch stand ein Teller mit fünf Keksen. Den letzten liegen zu lassen, gebietet die gute Erziehung, den würde also keiner anrühren. Die Frage war deshalb: Wenn jeder schon einmal zugegriffen hat, wer isst dann den vierten Keks? So oft das Experiment auch wiederholt wurde, jedes Mal war es die dominante Person in der Runde. Natürlich ging es nicht darum, wem das Gebäck am besten schmeckt. Die Untersuchung belegt vielmehr: Dominanz verringert die Hemmung und führt dazu, sich egoistisch zu verhalten. Eine übertriebene Ausdeutung? Nicht unbedingt. Tatsächlich scheinen Menschen in höheren Positionen häufig ihre Sozialkompetenz zu verlieren. Je höher sie aufsteigen, desto weniger hilfsbereit, empathisch und wertschätzend sind sie. Der Personalentwickler Joachim Pawlik sieht die Keksgeschichte deshalb symbolisch und rät Führungskräften: „Sollten Sie wieder einmal einfach den vierten Keks essen wollen, dann halten Sie für eine Sekunde inne und denken Sie nach, was Sie da gerade tun.“ Es könnte ja ein kleines Zeichen dafür sein, dass man seine Teamfähigkeit verloren hat.

1 Kommentare:

Anonymous Anonym meinte...

Diese Erkenntnis ist super und ich stimme ihr voll zu, denn diese Beobachtung habe ich schon oft gemacht. Vielleicht sollte man (wieder) im Kindergarten darauf achten, dass aufeinander Rücksicht genommen wird.

19. Februar 2017 um 06:23  

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