Direkt zum Hauptbereich

Lesen Sie diesen fantastischen Blog!



In letzter Zeit ist mir aufgefallen, wie ungeniert übertrieben wird, um zum Kauf zu verlocken. Auf der Kanalsuche nach einem TV-Film geriet ich auf einen Verkaufssender und blieb dort fasziniert eine Weile hängen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, und wem großblumiges Design oder glitzernde Klunker gefallen, der hat alles Recht der Welt, sie schön zu finden. Aber die Hymnen, die die Vertreiber auf ihre Produkte singen, sind denn doch etwas zu viel. Etwa: „Damit könnten Sie sich auf dem Filmfest in Cannes sehen lassen.“ Klar, die Käuferin bekommt dazu ja auch demnächst eine Einladung. Wie gut, dass sie dann schon die passende Tunika im Schrank hängen hat. Doch nicht nur auf Shopping-Kanälen wird maßlos übertrieben. Ich bin neulich auf eine Verlagsankündigung hereingefallen, in der ein neuer Roman als „ein Meisterwerk“ gelobt wurde. Tatsächlich war es eine ziemlich mittelmäßige Geschichte. Ja, ich weiß, was dem einen gefällt, lässt den anderen kalt, aber „Meisterwerk“ ist eine Kategorie, die über dem persönlichen Geschmack steht. Die Kriterien dafür sollten tatsächlich erfüllt sein, wenn man dne Begriff benutzt.
Mehr Realitätssinn bei der Produktvorstellung ist durchaus wünschenswert, sonst fühlt man sich für dumm verkauft. Und das zahlt sich gewiss nicht aus.

Kommentare

  1. Ihr Blog gefällt mir tatsächlich sehr gut. Ich hoffe, dass ihn viele Frauen lesen. Und vielleicht auch Männer. Da ich zu den Menschen gehöre, die manche Dinge so hinnehme wie sie sind, denke ich darüber oft nicht weiter nach, sondern entscheide für mich, ob es wichtig oder unwichtig ist. Die Werbebranche lebt davon, dass wir wirklich ALLES im Überfluss besitzen und natürlich ALLES Spitzenerzeugnisse sind. Hat schon einmal jemand Werbung für unsere Zeit (ich meine nicht die Zeitung) gemacht? Es gibt ein wunderbares Gedicht von Elli Michler: "Ich wünsch dir Zeit" !!! 20 Zeilen für die ich gern werben möchte. Ich freue mich schon auf Ihren nächsten Blogeintrag, liebe Frau Dr. Wlodarek, und sende viele Grüße!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ruhe bitte!

Die Autorin Regina Kramer schreibt in einem Artikel: „Lärm ist nicht nur eins auf die Ohren, sondern auch auf Psyche.“ Sie hat ja so Recht! Ich weiß, wovon ich rede: Unter unsere Wohnung in einem schönen, aber hellhörigen Altbau sind seit einiger Zeit drei koreanische Musikstudentinnen eingezogen. Seitdem wird gerne zwischen 11.00 Uhr und 19.00 Uhr Geige geübt. Nicht etwa zusammenhängende Melodien, sondern einzelne Töne, die an die Laute einer malträtierte Katze erinnern. Aber mir bleibt ja noch die Flucht ins Büro. Nur, seit einem halben Jahr hat unter meinen Räumen ein Laden für Shishas (Wasserpfeifen) eröffnet. Offenbar ist Musik dem Verkauf förderlich, jedenfalls höre ich die Bässe wummern. Nachdem ich mehrfach wie ein Racheengel im Laden aufgetreten bin, ist es derzeit ruhig. Zu empfindlich? Oh nein, ich habe die Hirnforschung auf meiner Seite: Laute Geräusche mindern die Informationsverarbeitung im Gehirn und blockieren die Kreativität. Aber als Psychologin weiß ich auch...

Das neue Buch ist da!

Der Postzusteller st eht mit einem Päckchen vor der Tür. Oft nehme ich Sendungen für Nachbarn an, die nicht zuhause sind. Aber dieses ist für mich. Ich ahne schon: Darin sind Exemplare von meine m neuen Buch „Vertrau dem Leben. Von A wie Abenteuergeist bis Z wie Zeitreise“, mit meinen eigenen Illustrationen. Ein neugeborenes Kind im Arm zu halten ist ein unglaubliches Gefühl, aber ein neues Buch, ein „geistiges Kind“, zum ersten Mal in den Händen zu halten, ist auch sehr bewegend. Dieses ist mein zwölftes, also schon Teil einer größeren Buch-Familie, aber trotzdem einmalig. Und wie bei einem Säugling weiß man nicht, was daraus wird. „Habent sua fata libelli“ – die Bücher haben ihr eigenes Schicksal, wusste schon der antike Grammatiker Terentianus Maurus. Mein erstes Buch „Mich übersieht keiner mehr. Größere Ausstrahlung gewinnen“ wurde ein Bestseller und sorgte dafür, dass ich im Erscheinungsjahr 145 Tage auf Lesereise war. Der eine oder andere Nachfolger wurde weniger euphorisc...

Und es hat sich doch schon etwas geändert!

Karfreitag war ich als Autorin des Buches "Einsam" zu Gast in der Sendung "Lebenswert" zum Thema "Einsamkeit" im Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main. Es ging darum, wie man es schaffen kann, gut mit sich alleine zu sein und wie sich die schmerzliche Einsamkeit überwinden lässt. Das Besondere der zweistündigen Sendung, die immer zu Feiertagen ausgestrahlt wird, ist, dass Zuhörer und Zuhörerinnen anrufen und sich beteiligen können. Der Moderator Klaus Hofmeister hatte es  thematisch so angelegt, dass es um die positiven Möglichkeiten ging. Vor Beginn hatte er etwas Sorge, dass sich vielleicht niemand zu diesem heiklen Thema melden  würde. Ich tröstete ihn, dass ich gegebenenfalls mit meinen Ratschlägen  locker zwei Stunden füllen könnte. Aber das war wahrhaftig nicht nötig, so viele Männer und Frauen riefen an und teilten mit uns ihre Strategien, Einsamkeit zu überwinden.Ich war absolut begeistert, wie positiv und selbstbestimmt sie ihren Weg gefunden h...