Sonntag, 25. September 2011

Alles gut

Eine Freundin arbeitet freiberuflich in der Filmbranche. Kürzlich brach ihr ein großer Auftrag weg. Mitfühlend fragte ich sie: "Jetzt bist du sicher sehr enttäuscht?"

Ihre Antwort verblüffte mich. "Ach, damit komme ich schon klar" sagte sie locker. "Ich habe nämlich einen Wahlspruch:

Ja ist gut, Nein ist auch gut."

Im ersten Moment klang das für mich recht fatalistisch. Stoisch alles hinzunehmen wie es gerade kommt, macht doch reichhlich passiv, fand ich. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto sinnvoller erschien mir das Motto:

Zum einen haben wir nicht alles in der Hand, auch nicht die Entscheidung anderer Menschen.
Von daher ist es durchaus entspannend, die Situation so anzunehmen, wie sie ist.
Zum anderen können wir nicht in die Zukunft schauen und wissen nicht, ob sich das, was wir uns wünschen, auf die Dauer tatsächlich positiv auswirkt. Oft ist man im nachhinein froh, dass sich etwas nicht realisiert hat.

Ich habe den Spruch jedenfalls in mein Motto-Repertoire aufgenommen. Im Tausch dafür habe ich der Freundin eine optimistische Variante angeboten, die mir in puncto Gelassenheit auch schon gute Dienste geleistet hat. Wenn mir in meinem Beruf trotz allem Engagement etwas verwehrt bleibt, dann sage ich mir:

Wenn nicht das - dann etwas Besseres.

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