In dieser Woche sind hier die Kinder
eingeschult worden. Im Hamburger Abendblatt
gab es dazu eine ganze Seite mit Glückwünschen. Meist waren es Großeltern, die für
ihre Enkel und Enkelinnen eine Anzeige zusammen mit einem Foto des Kindes geschaltet
hatten. Die Texte lasen sich dann etwa so: „Lieber Paul, zu deinem ersten
Schultag wünschen wir dir alles Gute. Du schaffst das“ oder „Liebe Emily, jetzt
beginnt für dich die Schulzeit. Wir drücken dir die Daumen.“ Die vielen kleinen
Gesichter auf den Fotos rührten mich. Fast alle zeigten mit strahlendem Lächeln
eine Zahnlücke. Für sie beginnt jetzt ein neuer, aufregender Lebensabschnitt.
Wir „alten Hasen“ mit Schulzeiterfahrung wissen, dass es wahrhaftig kein
Zuckerschlecken wird. Ach ja, und so vieles, was wir mit naiver Freude begonnen
haben, entpuppt sich später teilweise als langweilig, schwierig oder
anstrengend. Aber diese Erfahrung sollte uns niemals davon abhalten, uns eine kindliche
Begeisterung für Neuanfänge zu bewahren. Ich wünsche uns allen eine mentale
Zahnlücke und liebevolle Menschen, die hinter uns stehen.
Der Postzusteller st eht mit einem Päckchen vor der Tür. Oft nehme ich Sendungen für Nachbarn an, die nicht zuhause sind. Aber dieses ist für mich. Ich ahne schon: Darin sind Exemplare von meine m neuen Buch „Vertrau dem Leben. Von A wie Abenteuergeist bis Z wie Zeitreise“, mit meinen eigenen Illustrationen. Ein neugeborenes Kind im Arm zu halten ist ein unglaubliches Gefühl, aber ein neues Buch, ein „geistiges Kind“, zum ersten Mal in den Händen zu halten, ist auch sehr bewegend. Dieses ist mein zwölftes, also schon Teil einer größeren Buch-Familie, aber trotzdem einmalig. Und wie bei einem Säugling weiß man nicht, was daraus wird. „Habent sua fata libelli“ – die Bücher haben ihr eigenes Schicksal, wusste schon der antike Grammatiker Terentianus Maurus. Mein erstes Buch „Mich übersieht keiner mehr. Größere Ausstrahlung gewinnen“ wurde ein Bestseller und sorgte dafür, dass ich im Erscheinungsjahr 145 Tage auf Lesereise war. Der eine oder andere Nachfolger wurde weniger euphorisc...
Es soll ja nie zu spät sein. So kann es bei einem "späten" Neuanfang durchaus Zahnlücken geben. Ich danke meinen Zahnärzten und hoffe, dass niemand diese Lücken sieht ;-)!
AntwortenLöschen