Direkt zum Hauptbereich

Soziale Gerechtigkeit

Die Schere zwischen arm und reich wurde mir wieder einmal deutlich bewusst:

In den Medien las man in den letzten Tagen von mehreren Millionen, die ein prominenter Fußballmanager verzockt und  hinterzogen hat.

Und dann der Anruf einer Freundin. Sie schlägt sich fleißig und mühsam durch, um ihren Lebensunterhalt und die Miete für ihre kleine Wohnung zu verdienen. Ihre geringe Rente reicht nicht, also nimmt sie jede Arbeit  an, Putzen, Altenpflege. Nun war sie ganz aufgeregt und glücklich, mal einen weniger anstrengenden Job zu haben, der ihr auch gefiel und bei dem sie außerdem zudem noch etwas mehr verdiente als bisher: In einer öffentlichen Einrichtung über Tag eine Ausstellung beaufsichtigen.
Kurz darauf teilte man ihr mit: Was sie dabei verdient, wird gegen den Wohngeldzuschuss aufgerechnet, den sie bekommt. So bleiben für ihre stundenlange Arbeit nur ein paar Euro übrig. "Ich mache es trotzdem!" sagt sie tapfer.

Noch Fragen zur sozialen Gerechtigkeit? Und bei der Gelegenheit: Wer verdient hier eigentlich Respekt?      

Kommentare

  1. Liebe Frau Dr. Wlodarek, ich stimme Ihnen zu, denn auch ich verstehe die Welt nicht. Schlimm genug, dass der Mann auch mit seiner Selbstanzeige nicht ehrlich war!Um so unverständlicher ist für mich,dass Politiker ihm ihren Respekt zollen,weil er das Urteil anerkennt.Wird es jemals soziale Gerechtigkeit geben?Übrigens gab es diese auch in der ehemaligen DDR nicht!Viele Grüße,R.F.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Keine Angst!

Ich habe einen schönen Spruch von Mark Twain gefunden:

Ich habe im Leben schon viele schlimme Dinge durchgemacht. Einige davon sind wirklich passiert.

Tatsächlich beziehen sich die meisten Ängste auf etwas Zukünftiges, dessen Eintreffen gar nicht hundertprozentig sicher ist. Von daher ist es sinnlos, sich verrückt zu machen.

Der bessere Weg:

Verwandeln Sie Sorgen in Sorgfalt. Indem Sie planen (Was kann ich tun, wenn...) entwickeln Sie ein Instrumentarium, um dem "worst case" entgegenzutreten - falls der überhaupt eintritt. Bis dahin: Schlafen Sie gut!

Verwandeln Sie Angst in Aktivität. Fragen Sie sich: Was kann ich heute, hier und jetzt konkret tun, um zu vermeiden, wovor ich Angst habe? Tun Sie diese Schritte. Das gibt Ihnen das Gefühl von Kontrolle.

Glück muss man haben!

Vor kurzem habe ich das Buch eines Professors der Wirtschaftswissenschaften gelesen, der deutlich sagt: Beruflicher Erfolg ist nicht nur eine Frage von harter Arbeit, sondern hängt auch von glücklichen Zufällen ab. Das wollen viele nicht wahrhaben, sondern führen ihren Erfolg allein auf ihre eigenen Anstrengungen zurück. Ich halte das für vermessen. Natürlich haben wir einen Anteil daran, wenn wir unser Bestes gegeben haben. Aber es gibt so viele Menschen, die sich ebenso viel Mühe gegeben haben und trotzdem nicht das Gleiche erreichen, weil eben genau das unwägbare Quäntchen Glück fehlt. Dazu bekam ich in dieser Woche eine für mich verblüffende Bestätigung: Seit einiger Zeit gibt es mein Buch "Einsam. Vom mutigen Umgang mit einem schmerzhaften Gefühl." Mir lag das Thema am Herzen und ich habe es so gut geschrieben, wie es mir möglich war. Aber nie hätte ich mir träumen lassen, was jetzt geschehen ist: In England hat man ein Ministerium für Einsamkeit eingerichtet. Die Nachr…

Weihnachten für immer

Weihnachten – es ist schon ein besonderes Fest! Die Einkaufsstraßen sind überfüllt, weil alle unterwegs sind, um Geschenke zu kaufen. Im Briefkasten liegen Briefe mit Bitten um Spenden. Wenn wir sie lesen, berühren die Schicksale unser Herz. Auf den Weihnachtsmärkten oder bei Betriebsfeiern treffen sich Kolleginnen und Kollegen auch mal ohne beruflichen Zweck. Heiligabend gehen Menschen zur Christmette, die das ganze Jahr über keine Kirche von innen gesehen haben. Verwandte treffen sich zum Fest, die vorher nie Zeit hatten oder die sich normaler Weise nicht grün sind, sich diesmal aber zusammenreißen.
Das alles spricht dafür, dass immer Weihnachten sein sollte. Das würde nämlich bedeuten: Großzügig sein und den Lieben eine Freude machen. Ein Herz für diejenigen haben, denen es schlechter geht als uns. Im Umgang mit KollegInnen nicht nur die Arbeit im Kopf haben. Sich um Spiritualität kümmern. Toleranz üben und sich Zeit nehmen. Auf das Beiwerk mit dem Tannenbaum und dem Christstollen…