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Auf Augenhöhe

In einer amerikanischen Zeitschrift las ich neulich den Bericht einer Gesellschaftsreporterin. Darin beschrieb sie ein Phänomen, das sie in ihrem Job häufig beobachtet: In der Nähe von Prominenten benehmen sich normale erwachsene Menschen meist äußerst seltsam. Werden stumm vor Ehrfurcht. Tun alles, um mit dem Idol ein paar Worte wechseln zu dürfen oder mit aufs Foto zu kommen. Werden devot. Verhalten sich gekünstelt.

Warum eigentlich schrumpfen Menschen freiwillig auf Zwergengröße, nur weil eine Person berühmt oder bekannt ist? Wir neigen dazu, Menschen, die es in einem Bereich zu etwas gebracht haben, insgesamt als besonders zu betrachten. Damit heben wir sie auf einen Sockel, vor dem wir dann in unseren eigenen Augen kleiner erscheinen.

Bei allem Respekt dafür, dass sich jemand auf einem Gebiet hervortut - sei es in Kunst, Politik, Pop, Wissenschaft, Religion, Literatur, Mode, sei es auch durch Reichtum, Herkunft, Attraktivität oder geschickte Selbst-PR - niemand ist dadurch mehr wert.

Der Journalist Stephan Bartels beschreibt dazu ein Aha-Erlebnis. Vor einem Interview mit Herbert Grönemeyer war er furchtbar aufgeregt. Anschließend resümierte er: "Meine Angst vor dem Gespräch kam mir hinterher lächerlich vor. Ich hatte einfach vergessen, dass hinter der Ikone immer noch ein normaler Mensch steckt."

Es gibt keinen Grund, jemandem nicht auf Augenhöhe zu begegnen. Was bedeutet, keinen Moment den eigenen Wert zu vergessen und selbstbewusst zu bleiben.

Denken Sie bitte daran, wenn Sie demnächst eine Einladung zum Gartenfest der Queen bekommen.

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