Müll nach dem Grillen im Park liegen lassen. Den SUV so auf
dem Bürgersteig parken, dass kein Fußgänger mehr daran vorbeikommt. Im Bus
lauthals ins Handy plappern – kleine Zeichen mangelnder Wertschätzung von
Umwelt und Mitmenschen, über die man sich täglich ärgern kann. Doch
gravierender ist es, wenn Wertschätzung in Unternehmen fehlt. Studien haben
ergeben, dass mangelnde Wertschätzung im Job den Krankenstand erhöht. Weitere
mögliche Folgen sind innere Kündigung und verbitterter Dienst nach Vorschrift.
Generell schwindet die Freude an der Arbeit, das Selbstwertgefühl sinkt. Dabei
geht es nicht allein um verbale Anerkennung, auch wenn offenbar viele
Vorgesetzte das Motto verinnerlicht haben „Nicht gemeckert ist genug gelobt“.
Es geht um eine grundsätzliche Haltung, in der jeder als wertvoll angesehen und
entsprechend behandelt wird. Das ist gewiss nicht der Fall, wenn man etwa Angestellte
als „Minderleister“ abwertet oder sie in Großraumbüros pfercht, obwohl
erwiesen ist, dass es der Konzentration schadet. Doch Umdenken scheint in Sicht. Was Wunder, kaum eine
Firma kann es sich heute noch leisten, über die Bedürfnisse ihrer
MitarbeiterInnen hinwegzugehen, falls sie gute Arbeitskräfte gewinnen und
halten will. In Zürich wurde jetzt sogar ein „Institut für angewandte
Wertschätzung“ gegründet, das Führungskräfte bewusst dazu Anleitung geben will.
(www.mehrwerte.ch) Ich werde dort ein
Seminar zum Thema „Charisma“ halten. Denn eine wirksame positive Ausstrahlung bedingt immer auch
die Wertschätzung des Gegenübers.
Hätten Sie´s gewusst? Rund ein Drittel Deutschlands ist von Wald bedeckt. Wohl jeder von uns dürfte also zumindest ein Wäldchen in der Nähe haben und gelegentlich in seiner Freizeit einen Waldspaziergang machen. Gewiss hat man dann auch schon erlebt, wie erholsam es ist, sich bei Vogelgezwitscher unter Buchen, Tannen oder Eichen fortzubewegen. Doch diese einfache Freude erhält jetzt eine schicke Überhöhung. Der neue Trend heißt „Baden in der Waldluft“. Er kommt aus Japan, wo er unter dem Begriff „Shirin-Yoku“ bekannt ist. Durch Ruhe, bewusstes Atmen und Spüren der Natur soll Stress vermindert werden. Aha! Inzwischen werden schon für teures Geld Kurse in Waldbaden angeboten. Für mein Shirin-Yoku in den Wäldern um den Plöner See brauche ich zum Glück keine Anleitung.
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