Donnerstag, 3. Mai 2012

Katzentisch

Eine Freundin von mir hatte kürzlich Besuch von einer Kollegin aus München. Man wollte am Abend gemeinsam essen gehen. Also bestellte sie rechtzeitig einen Tisch in einem Hamburger In-Lokal, in dem sie schon häufig nett mit mehreren Leuten gesessen hatte und bat um einen schönen Tisch für zwei Personen. Am Abend staunte sie nicht schlecht: Man wies ihr einen winzigen Katzentisch, auf den gerade mal zwei Teller passten. Als sie das ablehnte, bot man als Alternative einen Tisch zwischen Toilette und Garderobe. Schließlich endete die Odyssee vor dem Lokal unter einem Heizstrahler. Die Münchner Kollegin gab versiert den Tipp: "Ich bestelle immer einen Tisch für drei Personen - und die dritte kommt dann leider nicht." Auch eine Lösung.

Aber wie kurzsichtig sind eigentlich die Gastwirte?

Zwei Personen verzehren nicht so viel wie drei oder vier, ist klar. Doch sie möchten auch einen passenden Tisch für einen angenehmen Abend und keine Behandlung zweiter Klasse. Der Katzentisch spart aktuell - verursacht aber auf längere Sicht Verlust: Meine verärgerte Freundin wird dieses Lokal nicht mehr betreten. Sie hat einen großen Bekanntenkreis und wird anderen davon erzählen, das gibt negative PR. Sie ist Journalistin und gut vernetzt mit Redakteurinnen von Ess-Zeitschriften. Auch hier kann sich ihr Urteil auswirken.

Sicher kommt der Bumerang nicht sofort, aber Verärgerung über schlechte Behandlung zieht Kreise. Immer. Es ist nur eine Frage der Zeit. Das ist nicht nur ein Gesetz für Gastwirte!

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