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Generation Handy

Gestern beim Walken  im Park: Ein Vater kommt mir entgegen, ein etwa dreijähriges Kind an der Hand, das  Handy am Ohr. Das Kind erzählt etwas, zeigt auf dies und das. Der Vater nickt fahrig in seine Richtung und telefoniert engagiert weiter. Ich kann nicht sagen, wie oft ich dieses Bild in letzter Zeit in Varianten schon  gesehen habe: Mütter, die ihre Babys im Kinderwagen schieben und dabei telefonieren, während der Blick der Kleinen ins Leere geht. Oder Kinder auf dem Spielplatz, die vergeblich die Aufmerksamkeit eines Elternteils suchen, weil der gerade mit seinem IPhone beschäftigt ist.
Als Psychologin macht mich das besorgt.Schließlich weiß man doch inzwischen, wie wichtig der Blick der Bezugspersonen ist und wie verheerend es sich auswirkt, wenn man nicht gesehen wird.  
Ich will nicht übertreiben - aber wie wird sich das auf die Kinder auswirken, wenn sie weniger wichtig sind als die permanente Beschäftigung mit einem Gerät? 
 

Kommentare

  1. Spontan antworte ich,es entsteht eine Leere.Ich bin keine Psychologin,weiß allerdings aus eigener Erfahrung,dass ich mich Jahrzehnte lang weder wichtig noch liebenswert fand,denn ich hätte als ruhiges Kind für meine Eltern auch unsichtbar sein können.
    Warum klärt niemand auf,wie wichtig es ist,Kindern Aufmerksamkeit zu schenken?Zuwendung ist wichtiger als Reichtum und irgendwelche frühkindlichen Förderungen.Meine Meinung ist,dass Eltern nur das weitergeben können,was sie selbst erfahren haben.Da fällt mir ein Zitat von A.Schweitzer ein:"Wir sehen in den Menschen nicht Mitmenschen,sondern Nebenmenschen - das ist der Fehler..." Ab wann sind Kinder Mitmenschen?
    Herzliche Grüße nach HH sendet R.F.

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