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Teurer Irrtum

Meine Großmutter war skeptisch gegenüber Billigangeboten. „Was nichts kostet, ist nichts“, pflegte sie zu sagen. In puncto Wein hätte sie damit allerdings Unrecht gehabt. Wissenschaftler der Universität Bonn haben herausgefunden, dass wir auf ein sogenanntes Marketing-Placebo hereinfallen: „Der Tropfen ist teuer? Dann muss er ja gut sein“ Verantwortlich dafür ist  unser Belohnungssystem im Gehirn. Das wird bei höheren Preisen deutlich lebhafter aktiviert und verstärkt so das Geschmackserlebnis. Zum Nachweis hatten die Forscher Versuchspersonen, die im Kernspintomografen lagen, Wein zur Verkostung gegeben. Die Qualität war immer dieselbe, nur der vermeintliche Preis schwankte zwischen 3 € und 18 €. Wie erwartet gaben die Probanden an, dass der teurere Wein besser schmeckt. Dabei zeigten die Aufnehmen im Kernspintomografen, dass bei höherem Preis die für Belohnung und Motivation zuständigen Gehirnareale besonders aktiv waren. Erinnern Sie sich an den arroganten Ausspruch des ehemaligen Kanzlerkandidaten Steinbrück, ihm käme kein Wein unter 5 € über die Zunge? Offenbar ist er nur ein Opfer des Marketing-Placebo-Effekts.    

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