Jetzt weiß ich doch endlich,
warum ich in puncto Arbeit immer so hartnäckig bin! Immerhin bin ich stolz
darauf, dass ich bis heute keine einzige Deadline versäumt habe, also meine
Texte – ob Buchmanuskripte oder Artikel – immer rechtzeitig abgegeben habe. Und
auch eine Lesung würde ich nur absagen, wenn ich den Kopf unter
dem Arm trage. Das habe ich bisher meiner eigenen Disziplin zugeschrieben, aber
nun muss ich wohl umdenken: Es liegt daran, dass mein Vater mir ein gutes
Vorbild war. Als Soldat hat er noch im Schützengraben Griechisch gelernt – nun gut,
da war ich noch nicht geboren. Aber schon als kleines Mädchen habe ich
mitbekommen, wie sorgsam er als Pastor seine Predigten vorbereitet hat. US-ForscherInnen
der Universität Cambridge haben in Experimenten herausgefunden, dass schon 13-
bis 18monatige Kinder am Beispiel ihrer Eltern herausfinden, dass sich harte
Arbeit auszahlt und dass belohnt wird, wer sich anstrengt. Die Einstellung wird
durch Zuschauen gelernt.Danke Papa!
Neulich habe ich mal wieder festgestellt: Man kann sich nicht nur über essen , sondern auch über lesen . Die Neigung, Bücher zu verschlingen (welch passendes Wort!), hat sich allerdings bei mir schon früh gezeigt. Als Kind habe ich nächtelang mit der Taschenlampe Karl-May-Bücher gelesen und mich dabei komplett in die Prärie oder ins wilde Kurdistan geträumt. 500 Seiten? Ein Kinderspiel. Heutzutage fehlt mir zu exzessivem Lesen meist die Zeit, so dass ich Bücher nur in Häppchen lese. Da kommt pro Woche auch ganz nett etwas zusammen, wie man - als Spitze des Eisbergs - meinem Rezensionsblog (wlodarek-rezensionen.blogspot.de) entnehmen kann. Doch manchmal knüpfe ich an die früheren Zeiten an und lese nonstop. Wie am vergangenen Wochenende. Anschließend ging es mir gar nicht gut. Weil ich vergessen hatte, dass sich intensive Lektüre auswirkt. Sich ein Buch mit negativem Inhalt, und sei es noch so gut geschrieben, ´reinzuziehen bekommt einem ohnehin selten, doch wenn man sich dann ...
Vorbilder sind wohl stets gut. Und Kinder lernen durch Nachahmung. Das habe ich auch mal von den Professoren Spitzer und Hüther gehört. Später benötigen wir eine gute Intuition oder einen wachen Verstand, wen wir uns zum Vorbild nehmen. Aber Goethe sagte bereits: "Überall lernt man von dem, den man liebt."
AntwortenLöschenWir können uns selbst entwickeln, wenn wir wollen. Mir gefallen Ihre Blogeinträge, liebe Frau Dr. Wlodarek. Danke und viele Grüße!
Herzlichen Dank für Ihren Kommentar und den schönen Goethe-Spruch. Ja, wir haben durch unsere Persönlichkeit mehr Einfluss als wir glauben.
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