Meine Großmutter war skeptisch gegenüber Billigangeboten. „Was
nichts kostet, ist nichts“, pflegte sie zu sagen. In puncto Wein hätte sie
damit allerdings Unrecht gehabt. Wissenschaftler der Universität Bonn haben
herausgefunden, dass wir auf ein sogenanntes Marketing-Placebo hereinfallen: „Der
Tropfen ist teuer? Dann muss er ja gut sein“ Verantwortlich dafür ist unser Belohnungssystem im Gehirn. Das wird bei
höheren Preisen deutlich lebhafter aktiviert und verstärkt so das Geschmackserlebnis.
Zum Nachweis hatten die Forscher Versuchspersonen, die im Kernspintomografen
lagen, Wein zur Verkostung gegeben. Die Qualität war immer dieselbe, nur der
vermeintliche Preis schwankte zwischen 3 € und 18 €. Wie erwartet gaben die
Probanden an, dass der teurere Wein besser schmeckt. Dabei zeigten die
Aufnehmen im Kernspintomografen, dass bei höherem Preis die für Belohnung und
Motivation zuständigen Gehirnareale besonders aktiv waren. Erinnern Sie sich an den arroganten Ausspruch des ehemaligen
Kanzlerkandidaten Steinbrück, ihm käme kein Wein unter 5 € über die Zunge?
Offenbar ist er nur ein Opfer des Marketing-Placebo-Effekts.
Der Postzusteller st eht mit einem Päckchen vor der Tür. Oft nehme ich Sendungen für Nachbarn an, die nicht zuhause sind. Aber dieses ist für mich. Ich ahne schon: Darin sind Exemplare von meine m neuen Buch „Vertrau dem Leben. Von A wie Abenteuergeist bis Z wie Zeitreise“, mit meinen eigenen Illustrationen. Ein neugeborenes Kind im Arm zu halten ist ein unglaubliches Gefühl, aber ein neues Buch, ein „geistiges Kind“, zum ersten Mal in den Händen zu halten, ist auch sehr bewegend. Dieses ist mein zwölftes, also schon Teil einer größeren Buch-Familie, aber trotzdem einmalig. Und wie bei einem Säugling weiß man nicht, was daraus wird. „Habent sua fata libelli“ – die Bücher haben ihr eigenes Schicksal, wusste schon der antike Grammatiker Terentianus Maurus. Mein erstes Buch „Mich übersieht keiner mehr. Größere Ausstrahlung gewinnen“ wurde ein Bestseller und sorgte dafür, dass ich im Erscheinungsjahr 145 Tage auf Lesereise war. Der eine oder andere Nachfolger wurde weniger euphorisc...
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