Die Geschichte hat mich sehr bewegt: In der aktuellen Wochenendausgabe
des Hamburger Abendblattes wird in der Rubrik „Von Mensch zu Mensch“ Familie
Maurer vorgestellt. Eine „ganz normale“ Familie, wie sie selbst sagt. Auf dem
Foto sieht man vorne ein hübsches, fröhliches Mädchen, den Vater mit einem
kleinen Jungen auf dem Arm und etwas im Hintergrund eine lächelnde Mutter. Doch
so normal ist diese Familie denn doch nicht. Die achtjährige Tochter leidet
seit ihrer Geburt unter Spina Bifida, offenem Rücken. Sie kam außerdem mit
einem Wasserkopf zur Welt, dessen Flüssigkeit nun ständig mit einer Kanüle
abgeleitet wird. Tragisch? Die Familie sieht es nicht so. Die Eltern waren vor
der Geburt ihres Kindes über seine Behinderung informiert und haben sich dafür
entschieden, es zu trotzdem zu bekommen. „Wenn nicht wir für so ein Kind sorgen
können, wer dann?“ hatten sich Karen und Olav Maurer gesagt. Wie unglaublich
stark und mutig, sich darauf einzulassen und nicht die Abtreibung zu wählen, wie der Arzt ihnen nahelegte. Und ich weiß, wovon ich spreche. Meine kleine Schwester
war mongoloid und schwer körperbehindert. Familie Maurer ist ein Beweis dafür, dass der
leichtere Weg nicht immer der glücklichere ist.
Neulich habe ich mal wieder festgestellt: Man kann sich nicht nur über essen , sondern auch über lesen . Die Neigung, Bücher zu verschlingen (welch passendes Wort!), hat sich allerdings bei mir schon früh gezeigt. Als Kind habe ich nächtelang mit der Taschenlampe Karl-May-Bücher gelesen und mich dabei komplett in die Prärie oder ins wilde Kurdistan geträumt. 500 Seiten? Ein Kinderspiel. Heutzutage fehlt mir zu exzessivem Lesen meist die Zeit, so dass ich Bücher nur in Häppchen lese. Da kommt pro Woche auch ganz nett etwas zusammen, wie man - als Spitze des Eisbergs - meinem Rezensionsblog (wlodarek-rezensionen.blogspot.de) entnehmen kann. Doch manchmal knüpfe ich an die früheren Zeiten an und lese nonstop. Wie am vergangenen Wochenende. Anschließend ging es mir gar nicht gut. Weil ich vergessen hatte, dass sich intensive Lektüre auswirkt. Sich ein Buch mit negativem Inhalt, und sei es noch so gut geschrieben, ´reinzuziehen bekommt einem ohnehin selten, doch wenn man sich dann ...
Familie Maurer hat auch meinen Respekt! Demut für das Leben - eine zutiefst menschliche Einstellung.
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