Direkt zum Hauptbereich

Schaumschlagen

Das Hamburger Abendblatt bringt zu meinem Vergnügen auch immer einen "Witz des Tages".Der von heute hat durchaus psychologischen Hintergrund.
Ehefrau zun Arzt: "Herr Doktor, mein Mann sitzt völlig homöopathisch im Sessel und infiziert sich für gar nichts mehr. Kann man das mediterran behandeln oder müssen wir damit besser zu einem Psychopathen?"
Das erinnert mich an einen Professor während meines Psychologiestudiums. Als Lernende  waren wir gezwungen, seine Werke zu lesen. Die waren fürchterlich kompliziert und schwer zu verstehen. Das lag nicht etwa am Inhalt, sondern an der Vorliebe  des Autors, möglichst jedes Wort in ein Fremdwort zu verwandeln und es dann in einen halbseitigen Bandwurmsatz einzufügen. Eines Tages fasste ich mir ein Herz und fragte ihn, warum er denn sich denn so schwierig ausdrücken würde. Er antwortete: "Ich schreibe schließlich nicht für Studenten, sondern für meine Kollegen." Aha.Es ging also nur darum, das akademische Pfauenrad zu schlagen.Ich habe mich dann geweigert, mich weiterhin unnötig mit seinen verquasten Sätze herumzuplagen.
Die Kunst ist nicht, Einfaches aufzublasen, sondern Kompliziertes einfach darzustellen, ohne banal zu sein. Ich hoffe, dass mir das in meinen Büchern gelungen ist.    

   


Kommentare

  1. Ja, liebe Frau Dr. Wlodarek, Ihre Bücher sind aus meiner Sicht für jeden verständlich geschrieben, der sich für Psychologie interessiert bzw. an sich selbst arbeiten möchte. Ich kenne allerdings einen Arzt, der Schwierigkeiten hat, den Inhalt Ihrer Bücher zu verstehen. Schade, dass Menschen, und insbesondere oft leider auch Ärzte, Psychologie als Quatsch abtun.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Schwere Kost

Neulich habe ich mal wieder festgestellt: Man kann sich nicht nur über essen , sondern auch über lesen . Die Neigung, Bücher zu verschlingen (welch passendes Wort!), hat sich allerdings bei mir schon früh gezeigt. Als Kind habe ich nächtelang mit der Taschenlampe Karl-May-Bücher gelesen und mich dabei komplett in die Prärie oder ins wilde Kurdistan geträumt. 500 Seiten? Ein Kinderspiel. Heutzutage fehlt mir zu exzessivem Lesen meist die Zeit, so dass ich Bücher nur in Häppchen lese. Da kommt pro Woche auch ganz nett etwas zusammen, wie man - als Spitze des Eisbergs - meinem Rezensionsblog (wlodarek-rezensionen.blogspot.de) entnehmen kann. Doch manchmal knüpfe ich an die früheren Zeiten an und lese nonstop. Wie am vergangenen Wochenende. Anschließend ging es mir gar nicht gut. Weil ich vergessen hatte, dass sich intensive Lektüre auswirkt. Sich ein Buch mit negativem Inhalt, und sei es noch so gut geschrieben, ´reinzuziehen bekommt einem ohnehin selten, doch wenn man sich dann ...

Und es hat sich doch schon etwas geändert!

Karfreitag war ich als Autorin des Buches "Einsam" zu Gast in der Sendung "Lebenswert" zum Thema "Einsamkeit" im Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main. Es ging darum, wie man es schaffen kann, gut mit sich alleine zu sein und wie sich die schmerzliche Einsamkeit überwinden lässt. Das Besondere der zweistündigen Sendung, die immer zu Feiertagen ausgestrahlt wird, ist, dass Zuhörer und Zuhörerinnen anrufen und sich beteiligen können. Der Moderator Klaus Hofmeister hatte es  thematisch so angelegt, dass es um die positiven Möglichkeiten ging. Vor Beginn hatte er etwas Sorge, dass sich vielleicht niemand zu diesem heiklen Thema melden  würde. Ich tröstete ihn, dass ich gegebenenfalls mit meinen Ratschlägen  locker zwei Stunden füllen könnte. Aber das war wahrhaftig nicht nötig, so viele Männer und Frauen riefen an und teilten mit uns ihre Strategien, Einsamkeit zu überwinden.Ich war absolut begeistert, wie positiv und selbstbestimmt sie ihren Weg gefunden h...

Wer´s glaubt...

Die Shopping-App einer bekannten Fernseh-Blondine wurde mehrere tausend Mal heruntergeladen – ein Beispiel für erfolgreiche Werbung mit Prominenten. Weitere Spitzenreiter sind etwa Franz Beckenbauer, Til Schweiger, Helene Fischer, der Fußballer Thomas Müller und der Tennisspieler Roger Federer. Beliebtheit wird benutzt, um bei den Verbrauchern Vertrauen für ein Produkt zu gewinnen. Aber glauben wir ernsthaft, dass Heidi Klum einen fetten Hamburger genießt und George Clooney bei einem Tässchen Nespresso flirtet? Offenbar ja, denn Untersuchungsergebnisse belegen eindeutig: Das sogenannte Celebrity Marketing boomt. Bekannte Gesichter schmücken inzwischen mindestens zwanzig Prozent der Anzeigen. Und tatsächlich gaben mehr als die Hälfte der befragten Konsumenten an, dass diese Art der Werbung sie stärker erreicht als solche ohne Promi-Testimonial. Als Psychologin frage ich mich, warum das funktioniert. Eine Erklärung: Bekanntes und Vertrautes finden wir sympathisch und ziehen es de...