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Zwiespältige Gefühle

Vor dem Supermarkt bei mir an der Ecke sitzt seit einiger Zeit eine Bettlerin. Ich vermute, sie kommt aus  Rumänien. Sie spricht jeden an, der in dem Laden einkauft. Das ist unangenehm. Außerdem ist es automatisch. Wenn ich mehrfach vorbeigehe, werde ich immer wieder angesprochen. Sie nimmt  offenbar keine Personen wahr, nur wandelnde potenzielle Geldquellen. Ich bin versucht, an ihr vorbeizuschauen und schäme mich dafür. 
Aber: Neulich habe ich gesehen, wie sie von einem gut gekleideten Mann morgens früh an ihren Platz gebracht wurde. Inzwischen weiß man ja längst, dass hinter diesen armen Menschen  eine skrupellose Bettler-Mafia steckt. Ein Verkäufer des Hamburger Straßenmagazins "Hinz und Kunzt " erzählte mir, dass die Bettler bis auf einen kleinen Betrag alles an ihre Hintermänner abgeben müssen, die sich davon Luxusautos und Immobilien anschaffen.
Die Frau tut mir leid, wie sie da bei jedem Wetter vor der Türe sitzt. Geld gebe ich ihr nicht, das kommt ihr ja doch nicht zugute. Aber ich werde ihr beim nächsten Mal aus dem Supermarkt etwas zu essen mitbringen. Ob sie Schokolade mag?  

Kommentare

  1. Die Idee mit der Schokolade finde ich gut oder Kekse oder Nüsse. Mir geht es ähnlich wie Ihnen, Frau Dr.Wlodarek,ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich in Berlin unterwegs bin, angebettelt werde und nichts gebe.Inzwischen schaue ich den Bettelnden an und sage freundlich: "Nein." So gibt man Ihnen Würde.Es war mir neu, dass dazu auch Hintermänner gehören können. Danke für Ihre Information!

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  2. Es ist echt furchtbar wie Menschen schwächere Menschen missbrauchen. Mir tun die Schwächeren wirklich leid. Warum gibt es diese skrupellosen Menschen, die Macht über andere haben und letztendlich ohne Gewissen sind, von Mitgefühl ganz zu schweigen? Ich bedauere es, dass es wohl immer das Gute und Böse im Menschen sowie in der Welt geben wird und somit keine Lösung.

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