Direkt zum Hauptbereich

Perfekt!

Gerade habe ich meinen eigenen Test gemacht "Wie perfektionistisch sind Sie?" (Sie finden ihn ganz neu auf meiner Homepage). Und was soll ich sagen, das Ergebnis stimmt genau.

Ich bin eine absolute Perfektionistin - was meinen Beruf angeht. Zur Freude meiner Lektorinnen korrigiere ich jedes Buchmanuskript -zigmal. Weil ich es nicht ertrage, dass zum Beispiel zwei Sätze hintereinander mit dem gleichen Wort anfangen. Oder: Wenn man mich um einen 10-Minuten-Beitrag bittet, dann probe ich den vorher mit der Stoppuhr. Und ich habe seit 40 Jahren noch nie bei Artikeln die Deadline versäumt und kann mich nicht erinnern, jemals einen Coachingtermin vergessen zu haben.
Das wird auch so bleiben, denn es zählt für mich zur Professionalität.

Aber privat finde ich, darf man gerne locker lassen. Meine Familie hat schon stoisch sehr experimentelle Gerichte verkostet, weil ich eher nach Gefühl als nach Rezept gekocht habe. Und neulich habe ich kurzerhand (im Oktober!)Servietten mit Weihnachtsmotiv auf den Tisch gebracht, weil sich die passenden gerade nicht finden ließen.So what.

Mein Credo: Perfekt sein, wo es wichtig ist. Ständig perfekt sein zu wollen ist dagegen nur anstrengend - für einen selbst und die Umgebung.

Testen Sie doch auch mal, wie es in puncto Perfektionismus um Sie steht. Auf wlodarek.de unter der Rubrik "Tests".

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Schwere Kost

Neulich habe ich mal wieder festgestellt: Man kann sich nicht nur über essen , sondern auch über lesen . Die Neigung, Bücher zu verschlingen (welch passendes Wort!), hat sich allerdings bei mir schon früh gezeigt. Als Kind habe ich nächtelang mit der Taschenlampe Karl-May-Bücher gelesen und mich dabei komplett in die Prärie oder ins wilde Kurdistan geträumt. 500 Seiten? Ein Kinderspiel. Heutzutage fehlt mir zu exzessivem Lesen meist die Zeit, so dass ich Bücher nur in Häppchen lese. Da kommt pro Woche auch ganz nett etwas zusammen, wie man - als Spitze des Eisbergs - meinem Rezensionsblog (wlodarek-rezensionen.blogspot.de) entnehmen kann. Doch manchmal knüpfe ich an die früheren Zeiten an und lese nonstop. Wie am vergangenen Wochenende. Anschließend ging es mir gar nicht gut. Weil ich vergessen hatte, dass sich intensive Lektüre auswirkt. Sich ein Buch mit negativem Inhalt, und sei es noch so gut geschrieben, ´reinzuziehen bekommt einem ohnehin selten, doch wenn man sich dann ...

Und es hat sich doch schon etwas geändert!

Karfreitag war ich als Autorin des Buches "Einsam" zu Gast in der Sendung "Lebenswert" zum Thema "Einsamkeit" im Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main. Es ging darum, wie man es schaffen kann, gut mit sich alleine zu sein und wie sich die schmerzliche Einsamkeit überwinden lässt. Das Besondere der zweistündigen Sendung, die immer zu Feiertagen ausgestrahlt wird, ist, dass Zuhörer und Zuhörerinnen anrufen und sich beteiligen können. Der Moderator Klaus Hofmeister hatte es  thematisch so angelegt, dass es um die positiven Möglichkeiten ging. Vor Beginn hatte er etwas Sorge, dass sich vielleicht niemand zu diesem heiklen Thema melden  würde. Ich tröstete ihn, dass ich gegebenenfalls mit meinen Ratschlägen  locker zwei Stunden füllen könnte. Aber das war wahrhaftig nicht nötig, so viele Männer und Frauen riefen an und teilten mit uns ihre Strategien, Einsamkeit zu überwinden.Ich war absolut begeistert, wie positiv und selbstbestimmt sie ihren Weg gefunden h...

Erdmännchen - eine Filmkritik

Der Film „Toni Erdmann“ wurde auf allen Kanälen überschwänglich gelobt: Ganz Cannes war beim Filmfestival während der Vorführung aus dem Häuschen. Der Spiegel überschlug sich vor Lob. Das Hamburger Abendblatt schrieb: Ein Film zum Niederknien. Die TV-Kino-Specials rieten: Unbedingt anschauen. Von so viel Lob animiert habe ich mir den Film angesehen. Und habe das Kino enttäuscht und verärgert   verlassen. Vielleicht bin ich mit meiner Kritik die die Einzige, aber ich fand den Film nichtssagend. Sicher, er war gut gemacht, hatte seine komischen und auch anrührenden Momente, war perfekt besetzt - aber insgesamt hat er mich nicht berührt. Ich fand ihn unglaubwürdig und klamaukig. Ein bisschen Generationendissens, ein bisschen Blick hinter die McKinsey-Kulissen. Und? Ich habe mich im Kino schon amüsiert, geweint oder lange über das nachgedacht, was ich gesehen habe. Hier nichts von alledem. Ach ja, gelernt habe ich trotzdem etwas: Ich glaube definitiv keinem Kino-Hype mehr, son...