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Midnight in Paris

Im SPIEGEL veröffentlichte ein Redakteur kürzlich seine harsche Kritik über Woody Allens neuen Film "Midnight in Paris": Er sei voller Klischees, blende die Wirklichkeit aus und beruhe auf dem getrübten Blick eines amerikanischen Europa-Fans. Das las sich reichlich abschreckend. Nach diesen Zeilen erwartete man das misslungene Werk eines alternden Regisseurs, der mit der Realität nicht mehr zurechtkommt.

Ich habe mir den Film trotzdem angesehen - und war entzückt. Der Film ist ein kleines, feines, romantisches Kunstwerk. Die Story in aller Kürze: Ein amerikanischer Romanschriftsteller gerät auf magische Weise in die Goldenen 20er Jahre und trifft dort seine Idole von Hemingway bis Fitzgerald. Natürlich ist auch Liebe im Spiel.

Nach dem Kino habe ich mir die SPIEGEL-Rezension noch einmal durchgelesen. Und war verblüfft: Jeder Vorwurf trifft zu - und dennoch stimmt nichts davon. Es kommt nämlich darauf an, ob man sich den Film mit dem Kopf oder mit dem Herzen anschaut.

Der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal hat den berühmten Satz geprägt: "Le coeur a ses raisons que la raison ne connait point". Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt. Ich hätte nicht gedacht, dass das auch für einen Woody-Allen-Film gilt.





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